Berichte aus Verstecken, Ghettos und KZs

Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Hanno Loewy (Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts) und Andrzej Bodek (Referent im Frankfurter Kulturdezernat) verfassten den lesenswerten Text: Mit Radio und Tagebuch gegen die „Entmenschlichung“, der auf den Internetseiten von arte zu finden ist. Sie zeichnen darin die wichtige Rolle des Radios für die im Versteck lebenden oder im Ghetto eingesperrten Juden nach, quasi als „lebensverlängernde bzw. –erhaltende ‚Nabelschnur'“.

Das Radiohören wurde zum persönlichen Widerstand, war es doch mit Todesstrafe verboten. Diese „Amidah“ umfasst im Text alle Aktivitäten, die es Juden ermöglichten – auch in schwerster Zeit – Hoffnung und Lebensmut zu fassen. Am Beispiel der Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank und Jakub Poznanski, wird aufgezeigt, wie sich die Radionachricht des D-Days auf beide, ob im Versteck die eine oder im Ghetto der andere, ausgewirkt haben.

Das Thema der Zeitzeugenschaft im Tagebuch, das Aufschreiben angesichts des eigenen Todes als Nachricht, die weiter wirken soll oder als Beweis für spätere Zeiten, im Falle des Überlebens wird auch an Beispielen in unserer Ausstellung thematisiert werden. So wird die Taschenuhr von Fritz Sollmitz zu sehen sein, der darin auf Zigarettenpapier Miniaturnotizen versteckte. Diese gelangten nach seinen Tod 1933 im KZ Fuhlsbüttel mit der Uhr an seine Frau und gehören damit zu den frühesten Berichten, die von den Zuständen in den KZs erzählen.

Zuerst veröffentlicht auf: http://tagwerke.twoday.net

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