Kids und das Web (#rp13)

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Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen bei der re:publica live zu bloggen. Ich finde das ist eine schöne, fast altmodische Form des digital verankerten Konferenzbesuchs. Da ich aber diesmal mit einem ziemlich sperrigeren Laptop unterwegs war, war bald klar, ohne Tisch wird das nichts und so verabschiedete ich mich nach dem ersten Versuch von dieser Idee. Es blieb somit bei dieser Session:

Session: Kinderkram “So nutzen Kids das Web”, Foto: Tine Nowak

Kinderkram: „So nutzen Kids das Web“

mit Sarah PustChristine FeilSabine FrankChristiane BaumannVerena Delius (6.8.2013, 12.15 Uhr, Stage 6). 5 Minuten vor Beginn. Nahezu alle Stühle sind besetzt. Stühle von draußen werden mit reingebracht. Es geht los und immer noch kommen Leute nach. Moderatorin Sarah Prust stellt das Podium vor.

Kinderseiten und Kinderchats

Die erste Frage richtet sie an Sabine Frank und fragt, was ein gutes Angebot für Kinder ausmache. Frank antwortet, man müsse Kinder dazu bekommen zu verstehen, was das Internet sei: ein großer Kommunikationsraum. Macher von Kinderseiten müssten hingegen darauf achten, dass die geschaltete Werbung für Kinder passe, dass die Inhalte für Kinder interessant seien und – ganz wichtig – sei Vernetzung. Es gäbe tolle Seiten für Kinder, die nur wenig bekannt seien. Als nächstes richtet sich Sarah Prust an Christine Feil vom Deutschen Jugendinstitut. Es geht von Kindersuchmaschinen, wie z.B. Blinde Kuh, über zu Kinderchats. Hier  stellt Feil fest, dass die oft recht eintönig seien. Die Kinder stellten sich meist kurz vor und soviel mehr passiere da nicht. Verena Delius widerspricht: Es gäbe andere Beispiele, manchmal sei es erstaunlich, über was Kinder chatten würden, man würde ihnen das in ihrem Alter kaum zutrauen. Panfu-Chats, so Delius, haben 60 Moderatoren weltweit, die mitlesen. Prust bringt in das Gespräch den Hinweis, dass es doch Worte gäbe, die innerhalb von Chats „schwierig“ seien, wie Streicheln. Wie oft gäbe es denn bedenkenswerte Vorfälle? Delius berichtet von einem Fall, bei dem ein Nutzer auffällig geworden war und dann geblockt wurde. Sabine Frank greift Delius Argumentation auf, dass aus ihrer Erfahrung Chats durchaus lebendig und kreativ genutzt werden. Es gäbe viele gute, aber auch schlechte Beispiele, aber man solle auch fern der Problemzentrierung über Chats diskutieren.

Online-Communities

Christine Feil unterscheidet zudem zwischen Chats und Communities. In Chats selbst wären viel weniger Kinder als man meinen würde. Kinder wären überhaupt weniger im Netz, als in der öffentlichen Debatte diskutiert. Christiane Baumann („Böser Wolf“) glaubt, dass Kinder die Kombination von Spielen, Chatten und Online-Grafitti gerne nutzen, so auch ihre Erfahrung bei einem Projekt zum Ersten Weltkrieg. Es könne dann auch eine attraktive Alternative zu Seiten wie Facebook sein. Delius plädiert, dass die Tendenz Facebook zu verteufeln kontraproduktiv sei. Es gehe nicht nur darum, Alternativen für Facebook zu schaffen, sondern Kindern und Jugendlichen beizubringen, sich auf Online-Plattformen (wie Facebook) kompetent zurechtzufinden, sie sowieso schon da. Sabine Frank pflichtet bei und berichtet von einer neuen Plattform „juki“, in der Kinder zu Machern werden können. Sarah Prust sagt nun: Medienkompetenz. Und das passt in einer solchen Debatte immer.

Das Internet im Jahr 2020

Dann geht es in die Schlussrunde: Wie wird das Netz 2020 aussehen? Christiane Feil ist es wichtig, dass Kinder lernen müssen mit Risiken umzugehen. Und notwendig ist generell Vernetzung. Baumann glaubt, dass Mobiltät und Apps wichtiger werden, gleichzeitig würden „altmodischen Aktivitäten“  wie Malen, Zeichnen, reales Erleben wieder eine größere Bedeutung bekommen. 2020 sei das Internet überall um uns herum, so Frank. Kooperatives Arbeiten werd auch in Schulen ein Thema sein, statt dem halbfrontalen Unterricht. Das Medienverständnis müsse sich ändern, gerade wenn man Filmförderung im Vergleich zur Förderung von Webseiten anschaue. Gleichzeitig sei man mit Kinderseiten in Europa weit vorne. Baumann unterstützt, diese Aussage, indem sie berichtet, dass man in Frankreich Dank Filtersoftware „im Mittelalter“ agiere was Kinderseiten anginge. Delius geht davon aus, all die Angebote mit denen das Podium hier vertreten sei, würden in der jetzigen Form nicht mehr existieren. Mobil sei die Zukunft.


 

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