10 Fragen & 10 Antworten

Von Monika E. König kommt ein Stöckchen daher. Statt gleich zu Ächzen und Gründe zu suchen, warum Stöckchen nerven (die Phase habe ich mittlerweile überwunden), mache ich einfach das Beste draus. Die 10 Fragen haben nämlich einen großen Vorteil: Wenn man einmal selbst die Fragen beantwortet hat, denkt man sich selbst ganz andere, neue Fragen aus.

Hier sind die Eingangs-Fragen:

  1. Treibst Du Dich lieber auf Twitter oder auf Facebook herum, und warum?
  2. Schenk uns ein Foto Deiner Lieblingskleidung, wenn Du sie anhast.
  3. Was war das schönste Ereignis, das Dir im vergangenen Jahr widerfahren?
  4. Wie sehr magst Du die Arbeit, mit der Du Dein Geld verdienst, und warum?
  5. Was hälst Du von diesen MOOCs?
  6. Bist Du mehr Apple-Fan-Girl oder stehst Du eher auf die andere Fraktion und warum?
  7. Wenn Du nur ein Weblog noch dauerhaft lesen dürftest, welches würde das sein (warum)?
  8. Welchem Menschen eiferst Du nach (warum)?
  9. Was hast Du erreicht, auf was Du heute leichten Herzens verzichten könntest?
  10. Was sind Deine Essens-Vorlieben?

„10 Fragen & 10 Antworten“ weiterlesen

16 Fragen zum Bloggen

Es ist ein Stöckchen

Über Blogs und Stöckchen habe ich gestern schon einen seperaten Blogpost verfasst. Jetzt widme ich mich dem Blogstöckchen, dass der Anlass zum Resümieren war. Zugeworfen bekam ich es von Tanja Praske. Ich bin gespannt, welchen Weg es noch nehmen wird.

This Is How I Work
1. Blogger-Typ
Ich bin viele:

  1. Online-Journal-Schreiberin (2003-2004 auf tinowa.de)
  2. Rattenschwanz-Bloggerin (2004-2007 auf Twoday: Viel zu Kunst, Popkultur und Gedanken zum Alltag, oft Fotos als Fundstücke urbanen Lebens. Oft unzufrieden, da zu unregelmäßig bloggend)
  3. Museumsbloggerin (2007-2011 fast nur noch beruflich bloggend in Blogs, die Ausstellungen begleitet haben, an denen ich gearbeitet habe: Tagwerke und DIY-Ausstellungsblog)
  4. Edubloggerin bei hypotheses.org (auch beruflich, seit 2012: Soziale Medienbildung)
  5. Podcasterin (noch ausprobierend: Kulturkapital-Podcast)

Zudem habe Ende 2011 fast alles was ich zuvor gebloggt habe hier ins Tinowa-Werkjournal transferiert, immer mit Hinweis auf den Ursprungsort der Blogposts. Daher ist dieses Blog auf tinowa.de wieder mein Blog-Zuhause und mein privates Online-Archiv. Hier schreibe ich zu Themen, die mich persönlich interessieren im Spannungsfeld von Medien, Bildung, Menschen und Museen und immer wieder auch Fotos, oft mit Rhein-Main-Bezug.

2. Gerätschaften digital
Ich schreibe an jedem Rechner, der sich mir bietet. Zuhause bin ich am Mac. Unterwegs ist ein Android mein Begleiter. Meine Leidenschaft gehört allerdings meiner Digitalkamera.

3. Gerätschaften analog
Seit langen benutze ich wieder ein Notizbuch. Ich lese noch und gerne auf Papier, allerdings gilt das hauptsächlich für Bücher, die ich in meiner Freizeit lese. Andere Texte, insbesondere wissenschaftliche Aufsätze, bevorzuge ich digital.

4. Arbeitsweise
Ich schreibe meine Blogposts am liebsten direkt ins Blog- oder in ein Mailformular, gern puristisch als Text. Halte es einfach, dann klappt es am besten. Mich schrecken leere Office-Dokumente. Ich habe jedoch zwei unterschiedliche Herangehensweisen gefunden, mit denen ich gut zurechtkomme, wenn es mal ein längerer Text werden soll, der schnell geschrieben werden soll:

  • Lösung A: Ich produziere erst Text, viel mehr Text als nötig, nicht unbedingt beste Qualität, dann kürze und schleife ich, baue um bis es mir taugt.
  • Lösung B: Ich baue Strukturen und Cluster, auch mit Mindmaps, die sich langsam mit Text füllen und zu einem Gesamttext verwachsen. Dies benutze ich aber eher für wissenschaftliche Texte.

5. Welche Tools nutzt du zum Bloggen, zum Recherchieren und zur Bookmark-Verwaltung?
Meine erste Webseite hab ich mit dem Editor des Netscape Navigator gebaut, mein erstes Blog war auf der Blogplattform Twoday.net (weil es keine Antville-Blogs mehr gab), mein Blog heute basiert auf WordPress. Ich recherchiere mit Suchmaschinen, in Wikipedia, in Online-Zeitschriften, im Archiv von Zeit und Spiegel, auf spezif. Plattformen zu Bildung und Pädagogik. Mit Bookmarks mülle ich unkontrolliert Delicious zu (hier brauche ich eine effizientere Herangehensweise) und bin sehr angetan von RSS-Sammlungen, wie Collected sie möglich macht.

6. Wo sammelst du deine Blogideen?
Rausgehen und Dinge erleben. Oder sich im Kopf verkriechen und Dinge durchdenken. Welchen Weg ich auch wähle, ich blogge zu wenig. Viele Artikel warten als Textruinen im Dashboard, ohne je zum Leben gekommen zu sein. Ganz oft denke ich Texte Wort für Wort durch, insbesondere beim Zugfahren, und dann bleiben sie genau dort – unveröffentlicht im Kopf. Ich teste gerade für das iPad Dragon Dictation, vielleicht lassen sich irgendwann meine Blogpost diktieren? Mit der App funktioniert das derzeit nur rudimentär, außerdem braucht Text diktieren im Gegensatz zu Text denken, nochmal eine andere, fokussierte Herangehensweise.

7. Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Wenn es schnell gehen muss: Tweets einbinden und dazu paar Zeilen schreiben. Das heißt nicht, dass dies meine bevorzugte Art des Bloggens wäre. Twitter-Flickschusterei macht mich nicht wirklich glücklich, daher gibt es hier diese Sorte Text eher selten. Wer es wahrhaft schnell will, sollte in ein Tumblr-Blog einziehen. Mir geht es beim Bloggen nicht um Geschwindigkeit, nicht um den Text für den Augenblick, sondern ich sehe das mittlerweile auf lange Sicht: als Text-, Notizen-, Bildersammlung, die mich mein Leben über begleitet.

8. Benutzt du eine To-Do-List-App?
Ich habe einen Online-Kalender, der macht mich auf Termine aufmerksam, sonst gibt es nichts.

9. Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Ich könnte, würde aber nur ungern auf meine Kamera verzichten.

10. Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Ja.

11. Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Wenig. Früher habe ich beim Schreiben viel mehr Musik gehört.Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich erst Studentin war, dann Freiberuflerin und viel daheim geschrieben habe. Später mit festen Job und Büro hörte die Symbiose aus Computerarbeit und Musik auf. Gehört habe ich Musik von Blumfeld, Le Tigre, Pulp, Saalschutz, Sigur Ros, Bernadette la Hengst oder auch Joni Mitchell. Heute geht nichts mehr ohne Peter Licht.

12. Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Lerche?
Eigentlich Lerche, in letzter Zeit aber eher Eule.

13. Eher introvertiert oder extrovertiert?
Innen: Introvertiert. Außen: Extrovertiert. Intro-Extro-Mix

14. Wer sollte diese Frage auch beantworten?
Annabelle Hornung (Digitaler_Gap), Tanja Neumann (Museumstraum), Thorsten Larbig (Herr Larbig) und Jana Herwig (Digiom). Ursprünglich hatte ich Monika E. König (Lernspielwiese) fragen wollen, die hat sich das Stöckchen aber schon selbst bei Tanja Praske abgeholt.

15. Der beste Rat, den du je bekommen hast?
Einfach machen!

16. Noch irgendetwas Wichtiges?
Das Stöckchen ist tot, es lebe das Stöckchen. ;o)

1/2

Apport!

Von Blogs und Stöckchen

Stöckchen_apportiert

Das sind sie also wieder. Wahrscheinlich waren sie nie ganz verschwunden, sondern nur aus meinem Blickfeld geraten: Die sogenannten Blogstöckchen. Bis etwa 2008, irgendwann beginnend nach der Trackback-Integration in die Blogs, zirkulierte die Kettenbrief-Praxis des Stöckchens. Es gab Stöckchen zu allem und jeden: zu Büchern, Musik, Reisen, Kochen, Bildung und beim Auflauen der Ära (wann war das: 2009/10?) oft zu Marketingthemen. Das Stöckchen war neben der Blogroll und gegenseitigen Kommentieren eine Möglichkeit sich mit anderen Blogs zu vernetzen. Um Sympathie zu bekunden oder aus Neugier auf die anderen. Es hatte zudem den Vorteil, dass es eine Struktur für einen Blogpost bot. Auf Dauer ist es schwer, dem eigenen Anspruch zu entsprechen, regelmäßig zu Bloggen. Wer kein Stöckchen zugeworfen bekam, der konnte auf Stöckchen-Blogs zugreifen, in denen zahlreiche Stöckchen gepostet und archiviert wurden.

Nicht jeder freute sich über ein Stöckchen. Warum? Dafür gibt es gleich mehrere mögliche Gründe:

  • Stöckchen erinnern an pubertäre Schülerzettelchen, die im Unterricht weitergereicht werden. Nicht jeder mag das.
  • Stöckchen haben einen Kettenbrief-Charakter. Was, wenn schon alle das Stöckchen erhalten haben und man selbst weiß nicht, an wen weitergeben, bzw. wen damit belästigen
  • Stöckchenposter wären keine Qualitätsblogger mit genuin authentischen Postings, dies gehörte zu einem leidenschaftlich geführten Distinktionsdiskurs, der mit Zuschreibungen des „Rattenschwanz“  und B-, C-, D-Blogs endete
  • Stöckchen sind potentiell Marketingaktionen, um entweder dem Stöckchenwerfer Aufmerksamkeit zu verschaffen (Backlinkfischer) oder Themen von Marketingblogs zu verbreiten
  • Stöckchen waren bald inflationär verbreitet. Es nervte.

Beginnend mit dem Twitter-Stöckchen fließen einzelne Stöckchen seit diesem Jahr wieder durch meine Leseströme. Für neue Blogger und Bloggerinnen sind alte Praxen unbekannt und werden nun ausprobiert. Gleichzeitig haben sich die Zeiten geändert. Viele Blogposts werden nicht mehr über das Blog selbst gelesen, sondern über RSS, Twitter, Facebook oder was auch immer, die Masse der Kanäle ist Legion. Wenn da nun ein Stöckchen auftaucht, kann man es – wenn es nicht interessiert – einfach ignorieren. Blogs werden heute – gefühlt – weniger von vorne bis hinten zeitsynchron mitgelesen, sondern eher punktuell angesteuert. Was nicht bedeuten, dass das nun für alle Blogs, Blogger und Blogleser gilt, denn auch hier und heute sind die Schreib- und Lesegewohnheit divers.

In Zeiten in den Blogrolls weniger Bedeutung haben, könnten Stöckchen tatsächlich eine Funktion des Austauschs und Anbindung erfüllen. Solange daraus nicht wieder eine inflationäre Praxis erwächst, kann man das durchaus ausprobieren, wenn eine Anfrage ins Haus steht.

(Übrigens steht man in einer alten Stöckchen-Tradition, wenn man zuvor lamentiert, warum man normalerweise Stöckchen doof findet und niemals mitmachen würde, es aber in diesen ganz speziellen Fall ausnahmsweise aber doch tut. Tipp: Einfach mal die Worte „Blog“ „Stöckchen“ „Ausnahmsweise“ in eine Suchmaschine reinwerfen.)

1/2