Degas-Ausstellung in Karlsruhe

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Noch bis Februar 2015 ist in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe eine Degas-Ausstellung zu sehen, besser gesagt: eine Ausstellung mit Arbeiten von Edgar Degas. Sieben Kunstwerke gehören zum Bestand des Hauses, die restlichen stammen aus Sammlungen weltweit. Zu Degas gab es schon etliche Ausstellungen zuvor, diese unterscheiden sich durch spezifische Perspektiven. Allein diesen Sommer und Herbst war Degas Thema mehrerer Ausstellungen: So zeigte The Frick in Pittsburgh eine Ausstellung über die Künstlerkreise und Künstlerfreunde von Degas, in Taiwans Asia Museum of Modern Art in Taichung werden derzeit Tänzerinnen-Skulpturen ausgestellt und die National Gallery of Art in London widmete sich dem Vergleich der Künstler Degas und Cassatt. „Degas-Ausstellung in Karlsruhe“ weiterlesen

DIY zum Nachhoeren

HR Studio Fulda, Foto: Tine Nowak

Anfang September hatte ich ein Gespräch mit einer Redakteurin von Radio Bremen. Eine ganze Stunde solle es sich um das Phänomen „Do It Yourself“ drehen und wir als Kuratorinnen waren angefragt worden für ein kurzes Gespräch innerhalb der Sendung. Da es (noch) ein Hörfunkstudio des Hessischen Rundfunks in Fulda gibt, war schnell ein Termin für eine Schalte ausgemacht. Nur 5 Minuten dauerte der Weg von meinem Büro an der Hochschule zum Ladenbüro des HR in der Fuldaer Innenstadt. Wir hatten insgesamt 30 Minuten für die Unterhaltung via Mikrofon und ich bin ganz überrascht, dass so viel davon nun in der Sendung zu hören ist, ich hatte eher mit max. 5 Minuten gerechnet.

Interview zum Nachhören, Foto: Tine Nowak

Hier ist der Link zur Sendung, die heute im Nordwestradio (Radio Bremen) gelaufen ist: Es gibt ebenfalls ein Gespräch mit Susanne Klingner, die von ihrem Buchprojekt zu „Hab ich selbstgemacht“ erzählt oder ein Bericht aus dem Baumarkt, weitere Buchtipps zu „Prinzessinnengärten – Anders gärtnern in der Stadt“ und auch „D.I.Y. Möbel“ von Christopher Stuart.

Wer mehr dazu wissen will, ist zur nächsten Station der „Do It Yourself“-Ausstellung eingeladen. Zur Museumsnacht am 29. September eröffnen wir in der DASA Dortmund die Ausstellung.

Ursprünglich veröffentlicht im DIY-Ausstellungsblog

Koons in Frankfurt

Kult Up  zur Jeff Koons-Ausstellung im Liebieghaus, Foto: Tine Nowak
Kurzinfo:
Jeff Koons ist zur Zeit einer der teuersten Künstler der Welt. Er ist außerdem einer der wenigen Kunst-Celebritys, die auch außerhalb der Kunstwelt bekannt sind. Erst letzte Woche war er bei Late-Night Satiriker Stephen Colbert (Comedy Central) zu Gast. In Frankfurt ist seit Juni eine Gemeinschaftsausstellung zu Jeff Koons zu sehen. Die Kunsthalle Schirn zeigt. „Jeff Koons. The Painter„. Das Liebieghaus zeigt „Jeff Koons. The Sculptor„.

Koons als Blockbuster
Gemäß der Prominenz von Koons Werk wird die Ausstellung stark beworben und man merkt der Planung die Aussicht auf ein hohes Besucheraufkommen an: „MUST SEE“ heißt es auf den Ausstellungsplakaten. Kritisch zeigte sich hierzu mitunter Niklas Maak (FAZ) in einem pointierten Artikel, in dem er die Eventisierung des Museums beklagte. 50.000 Besucher sind seither in der Koons-Ausstellung gewesen. Eine beachtliche Zahl. Es gibt Museen, die wären froh, dürften sie diese Besucher im ganzen Jahr bei sich begrüßen. Im Hinblick auf Besucherzahlen vergangener Erfolgsausstellungen wirkt die Zahl fast schon wieder bescheiden. Doch relativiert sich dies etwas im direkten Vergleich, beispielsweise zur Koons-Ausstellung 2008 im Museum für Contemporary Art Chicago. Bei einer ähnlich langen Laufzeit waren am Ende etwas über 86.000 Besucher gekommen. Trotz seiner Popularität scheint Jeff Koons für Museumsbesucher noch kein so dringlicher Besuchsanlass wie eine Ausstellung zu Munch oder den Impressionistinnen zu sein. Am Ticketcontainer, der auf dem Bürgersteig vor dem Liebieghaus aufgestellt worden war, hatte ich bisher noch keine langen Besucherschlangen gesehen. Persönlich finde ich das gut, da ich überfüllten, mit Besuchern gedrängten Ausstellungen nur wenig abgewinnen kann. Aber wer weiß, vielleicht ändert sich dies noch zum Ende der Laufzeit. Mit dem September beginnt wieder die eigentliche Museums- und Galeriesaison.

Was mir gefällt:
Kult Up in der Jeff Koons-Ausstellung im Liebieghaus. Foto: Tine NowakKontextualisierung im Liebieghaus
Jeff Koons Skulpturen sind im Liebieghaus in den Kontext der permanenten Ausstellung des Museums gesetzt worden. Erstaunlicherweise profitieren davon am stärksten die Skulpturen des Hauses. Mit Koons perfektionistischen Kitsch-Objekten nimmt man die historischen Kunstwerke präsenter wahr. Die Setzung ist klug, Koons Skulpturen sind optimal auf die historischen Werke abgestimmt. Auch ohne große Erläuterungen und Texte ist es möglich, intuitiv eine Narration innerhalb der Räume zu erfassen.

Jeff Koons. The Painter - Schirn Frankfurt, Foto: Tine Nowak Verwendung von QR-Codes
Wer vertiefende Informationen sucht (und das wird man spätestens in der Schirn) findet an manchen der Kunstwerke einen QR-Code neben dem Objektschild. Ein Link führt zu ausgewählten Artikeln des Schirn Magazins, wo sich Artikel zur Ausstellung lesen lassen. Hier wird jeder Lüge gestraft, der behauptet, QR-Codes seien zu aufdringlich und hässlich. Siehe da: das Arrangement aus Schild und QR-Grafik wirkt sauber und aufgeräumt.

Manko:
Der lange Ausstellungsraum der Schirn liegt nahezu unverbaut vor uns. Weiße Wände, helles Oberlicht, der Raum nimmt sich zurück. Hier sprechen die Bilder, doch leider fühlt sich dies wie ein babylonisches Sprachgewirr an. Es schreit einen von überall Kunst an: deute mich, lies mich, ich biete Dir was an. Doch wo anfangen? Die Reihung ist bewusst nicht chronologisch. Nach welchen Ordnungsprinzip hängen sie? Thematisch, ästhetisch, dialogisch? Einzig im nur Erwachsenen zugänglichen „Made im Heaven“-Raum gelingt die Adressierung sofort, auch wenn es sich hier um „Dirty Talk“ handelt. Hintergrundinformationen sind theoretisch verfügbar. Der Katalog liegt im Ausstellungsraum mehrfach auf den Sitzbänken bereit und es gibt zusätzlich die QR-Codes. Dennoch fühlt man sich etwas orientierungslos. Man verlässt den Ausstellungsraum, mit dem Gefühl etwas verpasst zu haben, man weiß nur nicht so genau was.

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung, Foto: Tine Nowak

Fazit:
Ein großes Projekt. Die Idee Malerei und Skulptur zu trennen, ist aufgrund der unterschiedlichen Orte schlüssig nachvollziehbar, wobei die nüchterne Ausstellung in der Schirn im sinnlichen Vergleich mit dem Liebieghaus verlieren muss. Beides sind keine Koons-Ausstellungen für Anfänger, im Sinne von großen werkumfassenden Überblicksschauen. Am Besten fährt man zunächst zur Fondation Beyeler nach Basel, die noch bis 2.9.2012 ebenfalls eine Jeff Koons-Ausstellung zeigt. Chronologisch geordnet werden dort drei wichtige Werkgruppen präsentiert (PDF Saalheft). Danach sollte man nach Frankfurt kommen und kann viel besser verstehen und genießen, was hier ganz anders gemacht wurde.

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung. Foto: Tine Nowak

Tweet Up im Museum
Die Kunsthalle Schirn ist experimentell beim Erproben von Formaten des Online-Marketings ihrer Ausstellungen. Zur Koons-Ausstellung wurde erstmals zu einem Bloggertreffen eingeladen, abends fand zudem ein Tweet Up im Museum statt, bei denen die Besucher live mittwittern konnten statt nur zuzuhören. Die Fotos des Blogbeitrags stammen von diesem Bloggertreffen und dem mit „KultUp“ betitelten Tweet Up am Abend. Dies muss deswegen extra erwähnt werden, da Privatbesucher nicht in den Koons-Ausstellungen fotografieren dürfen. Das hatte ich selbst bei der Ausstellungseröffnung erlebt. Kaum hatte ich im Liebieghaus meine Kamera in die Hand genommen, wurde ich vom offiziellen Fotografen angesprochen, mit den Hinweis, dass ich nicht fotografieren dürfe. Auch mein Vorschlag, dass ich mir eine Fotoerlaubnis holen könne, wurde von ihm als aussichtslos abgewehrt. Hier haben Blogger ein Vorteil, denn diese dürfen, wenn sie sich vorab an die Presseabteilung wenden, auch fotografieren.

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung, Foto: Tine Nowak

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung, Foto: Tine Nowak

Kult Up im Liebieghaus in der Ausstellung "Jeff Koons - The Sculptor", Foto: Tine Nowak

Kult Up  zur Jeff Koons-Ausstellung im Liebieghaus, Foto: Tine Nowak
Kult Up im Liebieghaus. Führung mit Kurator Vinzenz Brinkmann durch die Ausstellung "Jeff Koons - The Sculptor", Foto: Tine Nowak

Kult Up im Liebieghaus in der Ausstellung "Jeff Koons - The Sculptor", Foto: Tine Nowak

Kult Up im Liebieghaus in der Ausstellung "Jeff Koons - The Sculptor", Foto: Tine Nowak

Kult Up  zur Jeff Koons-Ausstellung im Liebieghaus, Foto: Tine Nowak

Teil 1: Blog me up, Scotty
Teil 2: Koons in Frankfurt

Was tun?

Was tun? In der Ausstellungshalle des Senckenbergmuseums. Foto: Tine NowakÜber den Sinn menschlicher Arbeit mag schon der Eine oder die Andere nachgedacht haben, in der Ausstellungshalle des Senckenbergmuseums wird seit 1. Mai bis zum 16. September eine Ausstellung dazu gezeigt. Die Wolfgang Staubing Halle steht seit Ende 2008 im Hinterhof des Naturkundemuseums und bietet Raum für interdisziplinäre Kooperationsprojekte. Die Wechselausstellung läuft in Kooperation zwischen Senckenbergmuseum und dem Historischen Museum Frankfurt.

„Was tun?“ weiterlesen

Ende gut, alles gut

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Eröffnung der wohl letzten Ausstellung im Kunstverein Lola Montez.

„ende gut alles gut“ steht auf einem Banner der Hauswand des Kunstvereins Lola Montez, darunter eine endlose Folge von „Blah Blah Blah“. So ähnlich scheint sich die Lage um die Zukunft des kleinen Kunstvereins von Mirek Macke derzeit abzuzeichnen. Das Lola Montez muss aus den schier endlos in- und übereinandergebauten Räumen der Breiten Gasse ausziehen. Noch ist keine konkrete Lösung in Sicht. Es gibt Angebote und Gespräche heißt es. Will man sich den Kunstverein Lola Montez als Club mit Ausstellungsbetrieb in den Bögen der Honsellbrücke wirklich vorstellen? Das Mirek Macke die Räume zu nutzen wüßte, leuchtet ein, aber ob eine solche Nutzung mit dem städtischen Gesamtkonzept für die Honsellbrücke, so unmittelbar neben der EZB-Zentrale, wirklich zusammenpasst?

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