Blog me up, Scotty

Museen und Kunsthallen: Elfenbeintürme sind sie nicht, vielleicht aber so etwas wie Raumschiffe? Und diese machen sich nun vereinzelt auf zum Kontakt: mit der noch unbekannten Spezies des Bloggers.

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung, Foto: Tine Nowak

Meet up. Schirn up. Koons up. Kunst im Blog – Bloggertreffen in der Schirn Frankfurt

Letzte Woche lud die Kunsthalle Schirn zu einem Bloggertreffen (#SchirnUp). Es wurden einige Blogger vorab angefragt, man konnte sich auch selbst akkreditieren. Am gleichen Tag wurde im Anschluss ein Tweet up in Zusammenarbeit mit Ulrike Schmid und Tanja Neumann von KultUp (#KultUp) veranstaltet. Unter den jeweiligen Hashtags waren die Veranstaltungen live im Web via Twitter mitzuverfolgen (sofern die Technik dies zuliess). Ein Storify hierzu findet sich hier, ebenso gibt es einen Blogpost mit einer Auswahl der Tweets. Für das Bloggertreffen waren drei Kurz-Vorträge angesetzt: von der Journalistin Mercedes Bunz, vom Kunstblogger Matthias Planitzer und vom Schirn-Team (Luise Bachmann, Fabian Famulok und Carolyn Meyding). Zudem hatte das Schirn-Team vorab einige Fragen zum Treffen formuliert:

Welche Bedeutung haben Blogs im Kunst- und Kulturbereich? Treten Blogs aus dem Schatten etablierter Kunstmagazine hervor? Wie können sich Kunst- und Kulturinstitutionen besser mit Bloggern vernetzen?

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung, Foto: Tine Nowak

Das Ergebnis des Schirn Up lässt sich mittlerweile in mehreren Blogs nachlesen (Linkliste s.u.). Die Wahrnehmung, bzw. Bewertung ist ebenso unterschiedlich wie die Zusammensetzung der Blogger, die an diesem Nachmittag in die Schirn gekommen waren. Die wenigsten waren Kunstblogger. Vielmehr gab es eine recht große Anzahl von Bloggern aus Museen und dem Kulturmanagement-Bereich, weiterhin aus dem groben Themenbereich von „Mode-Lifestyle-Urbanes Leben“. Zudem waren auch mehrere Blogger da, die die bewährte Journal- und Notizbuch-Tradition im Blog pflegen.

Da ich schon bei einigen Blogger-/Produser-Konferenzen (1 / 2 / 3 / 4 / 5) war, hatte ich mir von der Veranstaltung zunächst eine solche erhofft, wobei recht schnell deutlich wurde, dass Bloggertreffen letztlich genau die richtige Umschreibung für den Event war. Die inhaltliche Debatte, welchen Platz sich Kunstblogs gerade in der Blog- oder Kunstmagazinlandschaft eroberten, war eher peripher von Interesse. Das Presse- und Online-Team der Kunsthalle Schirn wollte vielmehr kennenlernen, was die Bedürfnisse, Wünsche, Anregungen von Bloggern und Bloggerinnen für ein produktives Miteinander wären. Das ist durchaus legitim (urteilt meine Blogger-Seele milde), gar ein Schritt in die richtige Richtung (jubelt die engagierte Museumsfrau in mir), doch könnte man den Charakter des Treffens bei einem womöglich nächsten Mal noch deutlicher herausstellen. Dass die Schirn- und Liebieghaus-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit einer Charme-Attacke auf die versammelte Bloggerschar zielte, fand ich persönlich symphatisch. Für manchen Blogger war das vielleicht schon ein bißchen zuviel, denn soviel Umarmung ist man nicht gewohnt und es weckt mitunter Misstrauen als ehrenamtliches PR-Werkzeug betrachtet zu werden.

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung, Foto: Tine Nowak

Eins Vorneweg: Ich habe mich auf Mercedes Bunz gefreut, ich habe sie bisher zweimal sprechen hören. Einmal bei einer Podiumsdiskussion bei der re:publica 2007, sowie bei der re:publica 2012. An den letzten Vortrag erinnere ich mich gerne, denn zum Ende plädierte sie dafür, zu den Blogs zurückzukehren. Wir hätten sie zu schnell aufgegeben und seien zu anderen Plattformen abgewandert als Blogs plötzlich zu populär wurden. Wir sollten aber unsere Plattformen besser verteidigen, statt sie den anderen zu überlassen. Etwas, was für mich schon zum Motto für 2012 geworden ist.

Die Vorträge in der Schirn waren jeweils auf 30 Minuten angesetzt. Mercedes Bunz begann mit dem Hinweis, dass Museen nach Kinos mittlerweile die meistbesuchten Freizeitorte seien. Orte, die sich geöffnet hätten, es aber nun die Frage bleibe, für welches Publikum. Drehe sich alles nur noch um das zahlende Publikum und ginge diese Entwicklung nicht mit dem Verlust von Niveau einher? (Mit der Frage der Kommerzialisierung von Museen hatte sie sich erst kürzlich in ihrem Blog beschäftigt)

Auf Blogs fühle man sich mit Leuten verbunden, obwohl man sie nicht kenne. Bloggen führe zudem dazu, anders zu sehen und zu fragen.

Der Blick schweift geschärft durch die Welt (Mercedes Bunz)

Bunz verdeutlichte dies mit einem Beispiel. Auch heute noch würden neue Lebensformen weiterhin gezeichnet. Man betrachte die Lebensform beim Zeichnen genauer und entdecke dabei mehr als das, was ein noch so genaues Foto darstellen könne. An diesem Punkt fragte sie ins Publikum, wie oft wir Bloggen würden. Einmal die Woche? Mehr? Weniger? Bloggen sei eine Selbstverpflichtung, wobei sie zugab, dass das Bloggen bei ihr durch Twitter abgenommen habe. Bloggen sei „Do It Yourself“ und dieses DIY sei mittlerweile eine offizielle Geste der Gesellschaft. Kulturblogger säßen genau auf dieser Schnittstelle. In Zeiten, in denen es diese „Facebook-global-wir-sind-alle-Freunde“-Attitüde gebe (hier der Link zum im Vortrag gezeigten Video), nähme man sich durch Bloggen immerhin noch gegenseitig wahr.

Einige Kulturinstitutionen widmeten sich exzessiv der Digitalisierung, z.B. die Tate. In England gäbe es weniger Berührungsängste zu modernen Technologien. Die Tate betreibe eifrig Video-Channels, habe mehrere Blogs, sowie diverse Apps. Aber auch privaten Blogs agierten mit artifiziellem Gestus: Unhappyhipsters.com spiele mit moderner Architektur, welche den Menschen aus seiner natürlichen Umgebung verdrängt habe. Mondo-blogo.blogspot.de sei ein Blog mit manischen Phasen, voll visueller Eindrücke. Lepetitechomalade.com imitiere Modeblogs, indem Fotos aus diesen nachgestellt und somit künstlerisch bearbeitet würden. Wiederverwertung sei eine zeitgemäße Form von Kultur, so dass diese Blogs für Mercedes Bunz selbst künstlerische Arbeiten darstellten.

Zum „geschärften Blick“ kam eine Nachfrage aus dem Publikum: Wo die Abgrenzung zu Journalisten sei, die ja ebenfalls „geschärft“ ihre Umwelt wahrnähmen. Mercedes Bunz erklärte, dass Journalisten auf den Nachrichtwert von Ereignissen fokussiert seien. Wenn dieser nicht vorläge, käme das Ereignis nicht als Nachricht vor. Blogger und Twitterer seien hingegen Interessensvertreter ihrer selbst.

Blogger sind fleißige Bienchen (Mercedes Bunz)

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung, Foto: Tine Nowak

Auf Matthias Planitzer war ich neugierig, er betreibt seit 2009 das Kunstblog Castor & Pollux und ist im Juni mit dem Lead-Award in Bronze dafür ausgezeichnet worden. Über dieses wollte er aber nicht sprechen, so begann er seinen Vortrag, er fürchtete, dies würde langweilen. Sein Vortrag hieß stattdessen „Das Blog, die Galerie und die Institution“ (PDF online).

Zunächst zeigte Planitzer jedoch noch an eigenen Erfahrungen das Spektrum auf, mit dem man als Blogger konfrontiert werden könne, wenn man zu zeitgenössischer Kunst schreibe. Beispiel 1 verdeutlichte die Hürden: Bei einer Kunstausstellung eines Freundes habe er einen Blogartikel geschrieben, für diesen fragte er ein Pressebild bei der Galerie an. Von der Galerie kam keine Antwort, sein Freund selbst habe ihm das Bild auch nicht geben wollen. Panitzer musste den Text ohne Foto im Blog veröffentlichen. Fotos und Bildrechte seien typische Herausforderungen für Kunstblogger. Das zweite Beispiel zeigte hingegen unerwartete Möglichkeiten: So sei er 2011 mit weiteren Bloggern zur Pressekonferenz der zweijährigen Partnerschaft zwischen VW und dem MoMA // MoMA PS1 nach New York eingeladen worden.

Der Rest seines Vortrags kann man detaillierter dem Factsheet-PDF entnehmen, hier ging es hauptsächlich darum, welche Vorteile Blogs Kulturinstitutionen böten. Dies war nun speziell für mich nicht ganz so spannend, denn damit kenne ich mich und auch andere Anwesende (die ungeahnt ihrer Anwesenheit vor Ort als best practice-Beispiele erwähnt wurden 1 / 2) ganz gut aus. Hier wäre der Moment gewesen, an dem ich mir mehr eigene Eindrücke als Kunstblogger gewünscht hätte, denn wann immer er sich hierauf besann, war es stets spannend zuzuhören. Eines habe ich noch gelernt: nämlich das Museen Blogger in der Regel schätzen, während Galerien ihre Künstler vor Bloggern mitunter schützen. Wer hätte das gedacht?

Ein kleiner Nachtrag: Als ich den Bloggerevent des MOMA recherchierte, bin ich auf zwei Videos des ebenfalls eingeflogenen MC Winkels gestossen (wusste gar nicht, dass der noch aktiv ist). Nach den man sich diese angeschaut hat, verspreche ich, kann man das Thema „Blogger Relations“ für den deutschsprachigen Museumsraum vorerst ziemlich entspannt betrachten, da ist man doch noch weit entfernt. Wer genau hinschaut, findet auch Matthias Planitzer.

Schirn Up - Bloggertreffen zur Jeff Koons-Ausstellung, Foto: Tine Nowak

Im letzten Teil des Nachmittags wurde die Online-Aktivität der Schirn vorgestellt, angefangen damit, dass sich Blogger zu Pressekonferenzen akkreditieren und Bildmaterial für Blogposts anfragen könnten bis zu Online-Aktionen, wie u.a. dem Schirn Circle, der zur Geheim-Ausstellung gegründet wurde. Zudem gibt es auch das SCHIRN MAG, ein Kunstmagazin der Kunsthalle Schirn.

Es fallen viele Geschichten an in einer solchen Institution. Im SCHIRN MAG ist Platz für diese Geschichten (Fabian Famulok, Online-Redakteur)

Viele Leser kämen über Facebook, diese würden Facebook anscheinend wie einen RSS-Reader nutzen. Das SCHIRN Mag verstehe sich selbst als Magazin und nicht als Blog, wobei man sich durchaus mehr Leserinteraktion in den Kommentaren wünschen würde.

Hier beginnt aber eine grundsätzliche Frage, wie ein Online-Magazin mit anderen Onlinern agieren möchte. Im Selbstverständnis des Magazins funktioniert das bisher noch nach dem klassischen Sender-Prinzip. Einer – das Magazin – sendet, die anderen – die Leser – empfangen. Als Rücklaufkanal wird wohl ein Kommentarfeld angeboten, aber warum sollte man einer unpersönlichen Institution antworten? Geht denn die Institution in die Blogs anderer? Kennt sie die Blogs/Seiten ihrer vermeindlichen Leser? Liest sie, was dort die Blogger bewegt, kommentiert sie zurück?

Schauen wir uns das SCHIRN Mag doch einmal genauer an: Geht man in den Quelltext stellt man recht schnell fest, dass hier WordPress, also ein klassisches Blog-Redaktionssystem, verwendet wird. Tatsächlich sagt dies noch lange nichts darüber aus, ob die Seite auch als Blog genutzt wird. Es gibt mittlerweile viele Webseiten, die auf WordPress basieren und denen man dies kaum bis gar nicht ansieht (z.B. Webseite MfK Nürnberg). Es sind andere Dinge, die ein Blog ausmachen, damit meine ich gar nicht die Fokussierung auf persönliche Meinung, sondern das oberste Kriterium ist die zeitliche Taktung und die Referenzierbarkeit der einzelnen Beiträge. Im Blog wird chronologisch veröffentlicht, im Idealfall gekoppelt mit der Möglichkeit der Interaktion (Kommentarfeld). Zudem gibt es Kategorien und /oder ein Archiv. Erst später sind Kanäle zur Verbreitung der Blogposts (RSS, Social Media) und Verschlagwortung dazugekommen. Schaut man sich unter dieser Vorgabe das Schirn Magazin an, wird recht deutlich, dass wohl die Eigenwahrnehmung, die eines Magazins ist, aber von all dem was schon da ist, wir es mit einem Blog zu tun haben. Ein Blog kann ja auch all das sein: Tagebuch, Magazin, Notizbuch, Müllhalde oder ein wunderbares Kunst-Feuilleton. Interaktion und Partizipation bedarf jedoch Augenhöhe, wenn es sein muss, gerne auch mit Katzenbildern.

KultUp mit Cat Content in der Jeff Koons-Ausstellung im Liebieghaus, Foto: Tine Nowak

Weitere Blogposts zum Schirn Up (Auswahl)

Nachher:
02.08.12 – Antje (Green Pink Orange): Jeff Koons. The Sculptor…even more Details
01.08.12 – Jenni Fuchs (Museum Diary): Meet Up. Tweet Up. Koons Up. – Part 2
31.07.12 – Antje (Green Pink Orange): Where I met the Hipsters…SCHIRN Bloggers-Meeting in Frankfurt
30.07.12 – Tanja Neumann (Museums(t)raum): #schirnup – das 1. Bloggertreffen in der Schirn
30.07.12 – Schirn (SCHIRN MAG): Bloggertreffen #schirnup
30.07.12 – Torsten Larbig (Herr Larbig): Ach, diese Kostenloskultur (!). Reflexionen nach einem Bloggertreffen.
30.07.12 – Jürgen Fenn (Schneeschmelze): Wie ist es, Teil eines Hypes zu sein?
30.07.12 – Tabea Hein (Tabea’s Welt): [Kunst-Ausstellungen] JEFF KOONS: THE PAINTER in der Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main
30.07.12 – Christian Gries (iliou melathron): “Made in heaven”: Bloggertreffen und Tweetup zu Jeff Koons in Frankfurt
30.07.12 – Jenni Fuchs (Museum Diary): Meet Up. Tweet Up. Koons Up. – Part 1
30.07.12 – Tanja Praske (Kulturkonsorten): „SCHIRN UP – KULT UP – KOONS UP“: digital und analog – Bloggertreffen und Tweetup
29.07.12 – Laura Sodano (Nana Kitten): Meet up Tweet up Koons up – die SCHIRN lädt zum Blogger-Treffen
29.07.12 – Mr. Nameless (Media Gossip): MEET UP. TWEET UP. KOONS UP// KUNST IM BLOG
29.07.12 – Christian Henner-Fehr (Das Kulturmanagement Blog): Blogger Relations für Kulturbetriebe
28.07.12 – Philipp Franz (Rent my brain): Blogger schreiben Koonst-Geschichte
27.07.12 – Steffen Lars Popp (popp-ART): Popeye glänzt
17.07.12 – Antje (Green Pink Orange): Jeff Koons. The Painter…some Details
27.07.12 – Tanja Neumann (KultUp): KultUp (3) in Schirn und Liebieghaus – Viel Gezwitscher um Jeff Koons
27.07.12 – Jannis Plastargias (Schmerzwach): MEET UP. TWEET UP. KOONS UP
27.07.12 – Chrissy (Chrissy Wonderland): Bloggertreffen in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt ♥
27.07.12 – Robert (Heiligenschein Blog): kulturbetriebe und digitalisierung – ein teufelskreis
27.07.12 – Torsten Larbig (Herr Larbig): #Bloggertreffen und #Tweetup @Schirn @Liebieghaus in #Frankfurt – „Jeff #Koons. The Painter & The Sculptor“
26.07.12 – Harald Link (Kulturkonsorten): Twittern über Kultur und Kultur-Blogging und Koons – eine erste Analyse

Vorher:
26.07.12 – Marius Kiesgen (OKAYFRANKFURT): Meet Up Tweet Up Koons Up – Blogger- und Twittertreffen
25.07.12 – Jenni Fuchs (Museum Diary): On my way to becoming a rockstar
24.07.12 – Jürgen Fenn (Schneeschmelze): Die Einladung
24.07.12 – Ulrike Schmid (Kultur 2.0): Bloggertreffen und Blogger Relations
19.07.12 – Birgit Schmidt-Hurtienne (Kulturwirtschaftswege): Meet & Tweet: Bloggertreffen und KultUp zur Jeff-Koons-Ausstellung in Frankfurt
17.07.12 – Antje (Green Pink Orange): Bloggers Meeting – Bloggertreffen in der SCHIRN im Rahmen der Ausstellung „Jeff Koons. The Painter & The Sculptor“
15.07.12 – Judith Christina (frankfurtfashion): MEET UP. TWEET UP. KOONS UP
11.07.12 – Christian Gries (iliou melathron): Bloggertreffen und Tweetup zur Ausstellung von Jeff Koons in Frankfurt am 26. Juli 2012
09.07.12 – Tanja Neumann, Ulrike Schmid (KultUp): KultUp (3) in Schirn und Liebieghaus – Von wegen Sommerloch!

Teil 1: Blog me up, Scotty
Teil 2: Koons in Frankfurt

Land Art oder Lagefeuer?

2012_0725_LandArt_StadtwaldEs wäre wohl recht verkürzt zu behaupten, Land Art wäre etwas ähnliches wie Street Art nur in der Natur. Beide verbindet, dass es sich um Formen von Kunst im öffentlichen Raum handelt. Im Frankfurter Stadtwald nahe der Stoltzeschneise bin ich heute auf dieses Setting gestoßen. Was genau es darstellt, weiß wahrscheinlich nur der Urheber. Eine schöne Überraschung beim Spaziergang im Wald war es allemal.

Was tun?

Was tun? In der Ausstellungshalle des Senckenbergmuseums. Foto: Tine NowakÜber den Sinn menschlicher Arbeit mag schon der Eine oder die Andere nachgedacht haben, in der Ausstellungshalle des Senckenbergmuseums wird seit 1. Mai bis zum 16. September eine Ausstellung dazu gezeigt. Die Wolfgang Staubing Halle steht seit Ende 2008 im Hinterhof des Naturkundemuseums und bietet Raum für interdisziplinäre Kooperationsprojekte. Die Wechselausstellung läuft in Kooperation zwischen Senckenbergmuseum und dem Historischen Museum Frankfurt.

„Was tun?“ weiterlesen

Ende gut, alles gut

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Eröffnung der wohl letzten Ausstellung im Kunstverein Lola Montez.

„ende gut alles gut“ steht auf einem Banner der Hauswand des Kunstvereins Lola Montez, darunter eine endlose Folge von „Blah Blah Blah“. So ähnlich scheint sich die Lage um die Zukunft des kleinen Kunstvereins von Mirek Macke derzeit abzuzeichnen. Das Lola Montez muss aus den schier endlos in- und übereinandergebauten Räumen der Breiten Gasse ausziehen. Noch ist keine konkrete Lösung in Sicht. Es gibt Angebote und Gespräche heißt es. Will man sich den Kunstverein Lola Montez als Club mit Ausstellungsbetrieb in den Bögen der Honsellbrücke wirklich vorstellen? Das Mirek Macke die Räume zu nutzen wüßte, leuchtet ein, aber ob eine solche Nutzung mit dem städtischen Gesamtkonzept für die Honsellbrücke, so unmittelbar neben der EZB-Zentrale, wirklich zusammenpasst?

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Ein Ort fuer Anne Frank

Jugendbegegnungsstätte in Frankfurt

Gestern stand in der Frankfurter Rundschau: „Viele kennen das Tagebuch der Anne Frank, doch kaum jemand kennt die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank.“ Man sollte doch meinen, dass in Anne Franks Geburtsstadt prominent an eines der bekanntesten Opfer des Nationalsozialismus erinnert würde. Die Jugendgegenungsstätte liegt jedoch abseits des Museumsufers und der Innenstadt. Sie ist nicht wirklich nahe, aber zumindest im selben Stadtteil wie das Geburtshaus von Anne gelegegen, wo die Familie Frank mehrere Jahre lebte. „Ein Ort fuer Anne Frank“ weiterlesen

Niederraeder Maininsel

Foto: Tine NowakKeine 10 Minuten mit dem Fahrrad ist man von der Innenstadt entlang des Mains unterwegs, schon ist man an der Niederräder Maininsel. Eigentlich heißt es „Licht- und Luftbad“, welches es schon seit über 100 Jahren auf der lang gestreckten Halbinsel im Main zwischen der Friedensbrücke und Niederrad gibt. Schön daran ist, hier ist es ruhig. Man hat Platz und tritt sich nicht auf die Füße. Anders als am Mainufer in der Innenstadt. Es gibt einen neugebauten Imbiss und es stehen mehrere Tische und Bänke herum. Oder man sucht sich einen schattigen Platz, wo man die eigene Picknickdecke ausbreiten kann.

Foto: Tine NowakNicht immer war die Geschichte ebenso idyllisch wie der Ort: Das Licht- und Luftbad Niederrad war das letzte öffentliche Bad in dem vom 2. April 1936 bis zum Ende der Badesaison 1938 jüdische Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt am Main noch baden gehen durften. Für die NSDAP wurde schnell der Begriff „Judenbad“ gebräuchlich. Ab Ende 1938 war jüdischen Kindern, Frauen und Männern das Baden in Frankfurt gänzlich verboten und 1939 wurde das Licht- und Luftbad von der SA übernommen.

Foto: Tine NowakWährend die Besucher bei der Eröffnung des Licht- und Luftbades im Jahre 1900 noch unbesorgt im Main schwimmen konnten, begnügen sich die meisten heute mit einem Sonnenbad auf der großen Liegewiese, treffen sich abends zum Grillen oder toben mit ihren Kindern auf dem Spielplatz. Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen, der auch heute dort noch schwimmen geht. Geglaubt hätte ich es nicht, doch wenn man es dann mit eigenen Augen sieht…

Und steht man auf der Brücke, die vom Ufer zur Insel führt und guckt auf den verwilderten Seitenarm, mit den dort vertauten, nicht minder zugewucherten Booten, so glaubt man kaum, dass man noch in Frankfurt ist. Fast wie Urlaub.