Degas-Ausstellung in Karlsruhe

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Noch bis Februar 2015 ist in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe eine Degas-Ausstellung zu sehen, besser gesagt: eine Ausstellung mit Arbeiten von Edgar Degas. Sieben Kunstwerke gehören zum Bestand des Hauses, die restlichen stammen aus Sammlungen weltweit. Zu Degas gab es schon etliche Ausstellungen zuvor, diese unterscheiden sich durch spezifische Perspektiven. Allein diesen Sommer und Herbst war Degas Thema mehrerer Ausstellungen: So zeigte The Frick in Pittsburgh eine Ausstellung über die Künstlerkreise und Künstlerfreunde von Degas, in Taiwans Asia Museum of Modern Art in Taichung werden derzeit Tänzerinnen-Skulpturen ausgestellt und die National Gallery of Art in London widmete sich dem Vergleich der Künstler Degas und Cassatt.

Degas kann sowohl als Impressionist, als Dandy, als Maler des Pariser Nachtlebens und oder im Umbruch von Technik und Elektrifizierung gezeigt werden, um nur einige weitere Lesarten zu nennen. Die Kunsthalle Karlsruhe hat mit dem Kurator Alexander Eiling den Schwerpunkt gesetzt, Degas als Künstler zwischen „Klassik und Experiment“ zu zeigen, so lautet auch der Untertitel. Dies ist nicht unbedingt eine Themenwahl, die meine persönlichen Vorlieben trifft, nichtsdestotrotz muss man attestieren, dass die Argumentation der Ausstellung nachvollziehbar über die verschiedenen Räume entfaltet wurde. Zu der Ausstellung selbst haben sowohl Miriam Steinbach, Tanja Neumann und Viviana D’Angelo mehr geschrieben, ich kann nur empfehlen, sich die unterschiedlichen Eindrücke im Vergleich durchzulesen.

Ich werde mich im weiteren Blogpost viel mehr damit beschäftigen, was mir subjektiv besonders gut, aber auch weniger gut gefallen hat. Zudem schaue ich mir an, wie die Degas-Ausstellung im Web durch die Kunsthalle repräsentiert ist. Wobei mich weniger das Online-Marketing der Ausstellung interessiert (hierzu hat sich auch schon Angelika Schoder Gedanken gemacht), sondern mir geht es um informelle Bildungspotentiale und Ankerpunkte zur selbstständigen Vertiefung des Wissens von Individualbesucher/innen.

1. Was mir gefallen hat

Degas-Ausstellung1. Das Moodboard
Zur Einführung in die Ausstellung gibt es ein Potpourri von Themen und Eindrücken, die die Ausstellung geprägt haben. Unser Ausstellungsbegleiter verglich es mit einem Moodboard, wie es im Designbereich eingesetzt wird. Der Vergleich war sehr einprägsam, zudem wurde man schon auf Themen vorbereitet, nach denen man später Ausschau halten konnte, um zu sehen, wie sich diese dann konkret darstellen. Hier sammelten sich auch gerne Besucher/innen, um die verschiedenen Einflüssen erfassen zu können.


Degas Ausstellung 2. Zeichnen in der Ausstellung
Ich mag es, wenn man in Ausstellungen Dinge machen kann und nicht nur ehrfürchtig guckend, mucksmäuschenstill durch die Ausstellungsräume läuft. Das heißt im Umkehrschluß nicht, dass man nun schreiend durch die Ausstellung toben sollte. Ausstellungen angucken, ist bei mir mit Denken und Lernen veknüpft, also will ich Dinge aufschreiben dürfen, zeichnen oder mich mit meinem Gegenüber über das gerade Gesehene austauschen. Besonders schön war es daher, einen Zeichenkurs zu beobachten, dessen Teilnehmer/innen über mehrere Räume verteilt, Körper der Gemälde kopierten.


Degas4_2503. Junge Kunsthalle
Die Junge Kunsthalle ist – sofern ich es richtig lese – der Nachfolger des einstigen Kindermuseums der Kunsthalle. Im Nebengebäude untergebracht, ist zeitgleich eine Ausstellung für Kinder und Jugendliche zu Degas installiert, die mit offenen Atelierzeiten zum Mitmachen einlädt. Insbesondere die Installation der Tänzerinnen wird in den Räumen sehr lebendig und macht die Ballett-Arbeiten plastisch. Zudem kann experimentiert werden, wie der Bildausschnitt das gemalte Bild verändert oder es lässt sich Bildkomposition mit Magnetelementen üben, um sich selbst ein reversibles Pferderennbahnbild an die Wand zu pinnen.


Degas3_250 4. Artists in Residence
Die Sonderausstellung wird von einem Residency-Programm für Karlsruher Künstler/innen flankiert. Drei Stipendien wurden vergeben und die Stipendit/innen haben ein Atelier in der Jungen Kunsthalle bezogen, welches zu festgelegten Zeiten für Besucher/innen offen steht (Di–Fr: 11–13 Uhr sowie WE/Feiertage 13–16 Uhr). Zudem geben die Künstler/innen Workshops im Rahmenprogramm der Ausstellung. Bei meinem Besuch war Christoph Heimbach vor Ort, der im Januar im Januar 2015 einen Druckworkshop für Jugendliche und Erwachsene anbietet.


2. Was mir nicht so gut gefiel

Fotografie-Verbot in der Ausstellung

Wie ich schon oben schrieb, ich bin jemand, der sich Inhalte gerne selbst erschließt. Wenn ich in Ausstellungen bin, will ich Fragen sofort nachgehen und im Internet recherchieren können, zudem mache ich mir meine Notizen schon längst nicht mehr in ein Notizbuch, sondern tippe sie in mein Smartphone hinein, in eine Notiz-App oder direkt zu Twitter. Da wegen des Fotografieverbots in der Degas-Ausstellung die Nutzung von Smartphones nicht möglich ist, beraubt dies mir meinen individuellen Zugang in die Thematik. Oft werden mir erst Zuhause beim Durchsehen der Fotos, beim Schreiben im Blog, bestimmte Fragestellungen bewusst, die ich vor Ort so gar nicht bemerkt hatte. Diese Reflexionsmöglichkeit schätze ich sehr. Vielleicht gerade weil alles um einen so schnell geworden ist, hilft mir das Dokumentieren und Einfrieren von Eindrücken den Überblick über das Erlebte zu behalten.

Disclaimer
Man muss hier ergänzen, dass das Fotografie-Verbot in der Sonderausstellung aufgrund von Auflagen einzelner Leihgeber besteht. Bei unserem Rundgang war Isabel Koch von der Presseabteilung der Kunsthalle dabei und so konnte man nachfragen, wo man nun Fotografieren durfte und wo nicht. Zudem war es uns möglich, durchgehend das Smartphone zu benutzen. In der permanenten Ausstellung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe ist Fotografieren, Filmen und Handy-Nutzung übrigens erlaubt. Hier sollte man nur selbst verantworten, welche Werke man online stellt, da bei jüngeren Werken VG Bildkunst ihre Lizenzvertretung für die Künstler/innen geltend machen könnte. Information zur Handy- und Fotonutzung im Museum wäre dennoch auf der Webseite (insbesondere für internationale Besucher) hilfreich. Würde ich danach suchen, wäre die Rubrik Information meine erste Anlaufstelle. Ich hoffe, dass Klaus Graf auf die rechtliche Situation von Reproduktionen durch Fotos etc. von Kunstwerken und Ausstellungsobjekten in einem seiner kommenden Blogposts eingehen wird.

3. Fokus: Degas im Web

Welche Informations- und Vertiefungsmöglichkeiten werden mir jenseits des Katalogs und des Veranstaltungsprogramms angeboten? Schauen wir mal im Bereich Mediathek der Webseite vorbei:

Videos
Die Kunsthalle stellt die Degas-Ausstellung in einem 34-sekündigen Clip mit Bildimpressionen vor, der in dem museumseigenen YouTube-Kanal veröffentlicht wurde. Dieser Clip steht ebenso in einer französischen Sprachfassung bereit. Dort findet sich auch eine Videoeinladung zum Tweetup in der Degas-Ausstellung, der im November 2014 stattgefunden hat.
Bildschirmfoto 2014-12-07 um 13.27.19Bildschirmfoto 2014-12-07 um 13.31.50Video 1
Trailer

Video 2
Tweetup
Einladung

Die Einladung spricht der Kurator Alexander Eiling aus. Man sieht ihn in einem Grafik-Depot, quasi in seinem „professionellen Habitat“. Kuratoren treten oft nicht sichtbar in Erscheinung, sondern steuern unsichtbar die Blickrichtung der Besucher/innen durch die Choreografie der Ausstellungsobjekte. Dieses Machtverhältnis wird etwas durchbrochen, wenn der Mensch mit seinen Gedanken zur Ausstellungskonzeption in Erscheinung tritt und hier zudem in den profanen Arbeitsabläufen selbst zum Objekt des Angeschaut-Werdens gerät.


Audio/App
Zur Ausstellung kann ein Audioguide entliehen werden, eingesprochen ist dieser von Roger Willemsen. Für mich interessanter ist der Umstand, dass drei Bilder des Audioguides auch über die kostenlos runterladbare App (Android/Apple) der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe angesteuert werden können. Diese drei Tonbeispiele sind zudem über die Audioseite der Mediathek der Webseite zu hören.
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Kurz angemerkt: Ein Link zur App sollte vielleicht im Bereich Information gesetzt sein, denn hier guckt man im Vorfeld des Besuchs vorbei. Gerade wenn ich am Handys Informationen suche, ist es gut, wenn schöne (und zudem kostenfreie) Inhalte nicht allzu versteckt sind.


Sammlung Online
Ein Teil der Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe ist seit 2011 in einer Online-Sammlung durchsuchbar. Dort lassen sich auch die sieben Degas-Werke finden, die im Besitz der Kunsthalle sind und die die Basis der Degas-Ausstellung bilden. Derzeit sind die Werke nur rudimentär mit Kontextdaten versehen. Zusätzlich ist die Möglichkeit gegeben, mit einer Lupe partiell in die Werke hinein zu zoomen. Für den normalen Besucher ist diese Online-Sammlung höchstwahrscheinlich nicht von allzu großem Wert, da die Kunstwerke noch nicht mit Texten erschlossen sind. Für Kunsthistoriker sind sowohl Lupe als Inventar. Nr im Zusammenspiel mit den Datierung, Technik, Material und Maßen nützlich. Hierzu wäre eine Verknüpfung mit großen Katalogen perspektivisch sinnvoll, um die Werke – im besten Fall weltweit – auffindbar und recherchierbar zu machen.

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Bei einer schnellen Onlinerecherchen konnte ich nur eines der Werke von Degas im BAM-Portal auffinden, was bedauerlich ist, da dieses Portal nächsten Sommer geschlossen wird. Über andere digitale Kataloge wie die Europeana und die Deutsche Digitale Bibliothek fand sich hingegen nichts, weder zu den sieben Degas, noch zu anderen Werken der Kunsthalle. Die Ergebnisse, die auftauchen sind nicht mit dem Bestand der Kunsthalle verknüpft, sondern zeigen Daten, bzw. Reproduktionen aus Bibliotheken oder Archiven (z.B. via Foto Marburg oder Stadtarchiv Karlsruhe). Sollte es weitere Verbindungen zu nationalen oder internationalen Katalogen geben, sind diese nicht auf der Webseite vermerkt und mir bei der Recherche nicht aufgefallen, abgesehen von Artigo, dem ich mich im letzten Fokuspunkt widmen werde.


4. ARTigo
Bildschirmfoto 2014-12-07 um 19.36.37ARTigo ist eine Plattform des Instituts für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), in der Kunstwerke mehrerer Museen eingebunden sind, welche von Freiwilligen spielerisch verschlagwortet werden. Spielerisch ist wortwörtlich gemeint, die Verschlagwortung ist gamifiziert, man kann Punkte verdienen und in einem Ranking auf- oder absteigen. Die Kooperation besteht seit 2008. Für das Gemälde von Edgar Degas „Bildnis Madame Jeantaud“ finden sich folgende Tags in Artigo (siehe Screenshot).

Fazit

Wenn man Gestaltungsfreiheit gibt, entstehen kreative Prozesse, so das Museumsselfie oder ein Clip zu „Madame Jeantaud“. Unter normalen Besuchs-Bedingungen hätten beide Artefakte nicht hergestellt werden können.

Bei unserem Besuch waren viele Besucher/innen im Museum. Diese waren eher älter oder es waren Familien mit Kindern. Das ist gut so. Noch schöner wäre es, wenn es eine größere Durchmischung beim Alter und soziokulturellen Hintergrund der Besucher/innen gäbe. Das Team der Kunsthalle experimentiert nachvollziehbar, wie zusätzlich neue Resonanzräume für das Museum aktiviert werden könnten.

Der Ausstellungsbesuch fand im Rahmen einer Aktion der Kunsthalle Karlsruhe statt, mehr Infos dazu finden sich hier.


Zitierweise: Tine Nowak: „Degas-Ausstellung in Karlsruhe“, in: tinowa (07. Dezember 2014) http://tinowa.de/2014/12/07/kbreise2-degas/

Feedback erwünscht:

14 Gedanken zu „Degas-Ausstellung in Karlsruhe

  1. Liebe Tine,

    vielen Dank für diesen multimedialen Überblick. Das Magisto-Video ist wirklich schön geworden!

    Ich finde gut, dass du die Fotoproblematik ansprichst. Als Teilnehmer der Bloggerreise hatten wir hier durch die Führung von Isabel Koch wirklich eine privilegierte Möglichkeit.

    Auch deine Datenbank-Hinweise finde ich sehr wichtig und hoffe, dass dies ein Anstoß für die Kunsthalle Karlsruhe ist, sich entsprechend zu vernetzen.

    Viele Grüße
    Angelika

    1. Magisto hat mich selbst überrascht, was für ein starkes Werkzeug. Die Experimente gehen hier auf jeden Fall weiter. Wenn es hier mehr nicht-kitschige Filter gäbe, wäre ich allerdings sehr dankbar. 😉

      Ich finde ja sehr interessant, dass insbesondere der Foto-Aspekt beim Lesen hängenbleibt, sowohl Tanja Praske als auch Marlene Hofmann (ich nenne hier mal die Nachnamen, schließlich gibt ja auch Tanja Neumann) beziehen sich ebenso darauf. Den Aspekt werde ich auf jeden Fall beim Text zur Foundation Beyerle nochmal aufgreifen, er ist mir dort fast noch mehr ein Anliegen.

      Die Datenbank-Frage interessiert mich schon lange, bei der Deutschen Digitalen Bibliothek war ich erst im Oktober zu einem ersten AG-Meeting eingeladen gewesen, bei dem es um den Punkt Bildung & DDB ging. Also wie sich diese Daten wieder für Bildungsprozesse außerhalb des Wissenschaftskontextes nutzbar machen lassen.

  2. Liebe Tine,

    ein wunderbar analytischer Bericht zur Kunsthalle Karlsruhe #Ilike! Jetzt habe ich mal wirklich ein umfassenderes Bild der Kunsthalle dank dir erhalten. Bislang, ich muss gestehen, kenne ich die Kunsthalle nur aus dem Netz. Mir gefallen gut die analogen Maßnahmen, vor allem die junge Kunsthalle finde ich prima.

    Die multimedialen Inhalte finde ich prima, wenngleich ich diese wohl eher zur Vorbereitung als vor Ort benutzen würde, da sie mir ein bisschen lang erscheinen. Ich spiele mal die Kindernummer meiner Kleinen vor, um zu sehen, wie sie darauf reagiert.

    Ich habe seltenst so einen umfangreichen Bericht über ein Museum gelesen, der natürlich die Museumsfrau in mir anspricht. Dein Punkt über die Fotoerlaubnis kann ich nachvollziehen. Als ich kürzlich in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf war, durfte ich dankenswerter Weise auch fotografieren. Ob diese Fotos aber mit Bildrechten der VG Bild belegt sind, lag an mir das herauszufinden. Die Zeit und Muße das herauszufinden, hatte ich nicht, deshalb schrieb ich nicht über die Dauerausstellung, obwohl sie mir gut gefallen hatte. Jep, ein leidiges Thema!

    Merci!
    Tanja

    1. Lobende Worte werden natürlich immer gern gelesen. Ich hab mir auch ein bißchen Zeit genommen, weil ich eine persönliche Bindung zur Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe habe, auch wenn das schon ewig her ist. Schließlich habe ich in der Museumspädagogik ca. 1998 mein Praktikum zum Kunstpädagogik-Studium verbracht. Meine erste Bildbetrachtung mit Grundschulkindern war dort zu LeBruns „Herakles befreit Hesione“. Ich hab mir dort genau angeschaut, wie mit sehr unterschiedlichen Menschen gearbeitet wird, angefangen von wuselnden Kindergartenkindern bis zu sehr gebildeten russischen Senioren.

      Wenn dieser Vermittlungswille auch mit in die Zukunft mit übernommen wird, unabhängig von den Wegen der Vermittlung, dann bin ich beruhigt. Allein bei ARTigo sähe ich Potential für die Anbindung an den Schulunterricht, wenn man das als Unterrichtseinheit aufbereiten würde, z.B. zur Vorbereitung (und auch unabhängig) vom Museumsbesuch.

  3. Liebe Tine,
    mir gefällt der strukturelle Aufbau deines Posts, da kann man gezielt die Themen lesen, die einen am meisten interessieren und sich einen richtig guten Überblick verschaffen. Das Thema Fotoerlaubnis ist wirklich ein schwieriges für die Museen, v.a. rechtlich. Viele gehen daher den Weg, gleich gar keine Fotos zu erlauben. Weil das aber zunehmend mit all den vielen positiven, produktiven und für Museen wünschenswerten Webanwendungen kollidiert, sollte man vielleicht erwägen stattdessen die Werke, die NICHT fotografiert werden dürfen gesondert zu kennzeichnen. Und du hast Recht, natürlich sollte auf der Museumswegsite unter Information ausführlich dazu informiert werden.
    Danke für den Bericht – für die Kunsthalle und andere Museen mit ähnlichen Themen enthält er viele gute Tipps und Anregungen!
    Viele Grüße,
    Marlene

    1. Zur Fotoerlaubnis habe ich mich oben im Kommentar zu Angelika geäußert, er bezieht sich dort mit auf das, was Du hier geschrieben hast. Wenn Museen sich stärker in der Pflicht sähen, die Nutzung von Medien von Besucher/innen zu klären, bzw. die Nutzung durchweg zu ermöglichen, würde hier auch mehr passieren. Anscheinend ist dem aber nicht so. Die meisten Besucher/innen fordern es ja wohl nicht ein.

      Oft wird in Institutionen mit behördenähnlichen Strukturen (was auf viele Kulturinstitutionen zutrifft) eher pragmatisch als dogmatisch gehandelt, das meine ich gar nicht als Vorwurf. Es bedarf eines Willen von Oben, strukturell muss durchdacht und abgesichert sein, wie man sich selbst in Zukunft als Haus für Bildung und Wissenschaft sieht – eingebunden in ein spezifisches regionales oder infrastrukturelles Setting – und welche Konsequezen das mit sich zieht.

  4. Liebe Tine,

    ich glaube, dass der Foto-Aspekt insbesondere bei der Kunsrhalle Karlsruhe so oft aufgegriffen wird (ich konnte in meinem Blogbeitrag über die Degas-Ausstellung auch nicht davon lassen), weil wir zum einen vor der Führung die Möglichkeit hatten, mit Otmar Böhmer darüber zu sprechen, und weil wir durch Isabel Koch auch in der Ausstellung immer einen Ansprechpartner dazu hatten. Das ist natürlich eine gute Diskussionsgrundlage, weil wir auch die Seite des Museums kennengelernt haben und merken, dass das auch für das Museum ein Thema ist, mit dem sich aktiv beschäftigt wird.

    Aber ich kann auch verstehen, warum du das Thema eher in Zusammenhang mit der Fondation Beyeler ansprechen willst – hier hat die Diskussion dann eine ganz andere Grundlage, weil quasi alles schief gelaufen ist, was in so einem Fall schief laufen kann und weil die Museumsperspektive für uns als Teilnehmer der Bloggerreise aufgrund von „Kontaktschwierigkeiten“fehlt. Insofern freue ich mich, wenn du die Problematik in dem Beitrag dann ansprichst.

    Und auf den angekündigten Beitrag von Klaus Graf zur Rechtslage warten wir wohl alle gespannt… 😉

    Viele Grüße
    Angelika

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