Chère charité…

Caritas
Ausstellung zur Kulturgeschichte der Nächstenliebe im Diözesanmuseum Paderborn.

In Paderborn war ich einmal schon zuvor gewesen. Im Hochsommer 2010 als Zwischenstopp mit einer Nacht zwischen Hamburg und Frankfurt. Wegen des Computermuseums war ich damals gekommen – dem Heinz Nixdorf Museumsforum (dahin führte mich auch dieses Mal mein erster Weg, aber das ist eine andere Geschichte). Danach waren wir durch die Innenstadt gelaufen. Es war heiß, die Stadt war voll Stein, alles schien zu glühen und Hitze zu verströhmen: Die Kaiserpfalz, der Dom, das Dommuseum, die Fußgängerzone, die Kaufhäuser. Schnell gingen wir an allem vorbei, jeder Schritt eine Anstrengung. Einzig die Bachläufe der Pader boten einen tröstlichen Gegensatz zu der drückenden Hitze, ihnen folgten wir bis zu den Paderwiesen.

caritas3Auch jetzt ist es Sommer, doch die Hitze hat kurz nachgelassen, eine milde Brise atmet frisch durch die Stadt, die sich zum Abend noch zu einem mächtigen Sturm aufblähen soll. Am Areal rund um den Dom und Diezösanmuseum ist es noch ruhig. Die geschlossenen Schaustellerstände künden schon vom Libori-Fest, welches noch am selben Tag seinen Anfang nehmen und die Stadt mit Menschen fluten wird.


Ab ab, ins Museum…

Über dem Eingang des Museums prangt groß das Banner der Caritas-Ausstellung. Es zeigt die Caritas als Allegorie der Liebe, die Kinder stillend an sich gedrückt. Das Bildmotiv war einst Teil eines Altars in Rom, ein Werk Raffaels von 1507, mittlerweile hängt es in den Vatikanischen Museen. Mit der Darstellung der Caritas auf dem Banner beginnt der Besuch des Museums, mit einer Darstellung der Caritas endet der Ausstellungsrundgang und in der Mitte der Ausstellung ist eines der vielen kleinen Zwischengeschosse des als Treppenhaus aufgebauten Museumsgebäudes von Gottfried Böhm den Allegorie-Darstellungen der Caritas in der Kunst gewidmet.

Die Architektur des Hauses hat ebenso Freunde wie Kritiker. Einer der Spötter war Robert Gernhard, der dem Museum ein eigenes Gedicht mit dem Titel „Als er zum wiederholten Male das Diözesanmuseum sah“ widmete. Es beginnt mit dem Satz:

Paderborn, arme Stadt, wie er dich verschandelt hat, dieser Architekt. (…)

Und es endet nicht minder despektierlich.

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Am schönsten zeigt sich der Böhm-Bau auf zwei Fotos (Foto 1/ Foto 2) der Webseite des Diözesanmuseums. Verglast und von Licht durchflutet. Die Architektur war deutlich sichtbar, aber konservatorisch war dies für die Museumsobjekte ungünstig. Nun ist das Gebäude nach Außen verschlossen, man hat Stellfläche gewonnen und eine Klimaanlage sorgt für eine angenehme Temperierung. Das Museum zeigt darin normalerweise eine Schausammlung sakraler Kunst des 10. bis 20. Jahrhunderts.

Derzeit ist das Museum vom Erdgeschoss bis zur obersten Etage komplett mit der Caritas-Ausstellung bespielt und in zehn Themenbereiche unterteilt. Die Erzählung beginnt mit kulturhistorischen Exponaten und Werken der Kunst aus Antike, Mittelalter und Renaissance. Mit dem Humanismus in Bereich Sieben öffnet sich der Blick hin zur Ideen- und Sozialgeschichte von der Industriealisierung bis in die Gegenwart. Den Abschluss des Rundgangs bilden Positionen aus der Gegenwartskunst.


Was mir gefallen hat
1. Interaktives Papyrus

caritas4 Das „Hohenlied der Liebe“ ist das Erste, was man beim Betreten der Ausstellung sieht. In einer Vitrine ist ein Papyrusfragment ausgestellt, auf der Wand dahinter ist der Text großflächig projiziert. Auf der Rückseite der Vitrine findet sich der Text in Griechisch auf dem Monitor einer Medienstation. Diese reagiert auf Berührung und die jeweilige Passage wird übersetzt. Während meines Besuchs war die Medienstation stetig im Gebrauch. Am eindrücklichsten waren zwei Frauen, wahrscheinlich Mutter und Tochter, beide sehr schick: sie standen vor dem Monitor und die Jüngere übersetzte per Geste Textstelle für Textstelle während die Ältere die Passagen laut vorlas.


2. Rare Exponate

caritas5 In der Ausstellung sind eine Vielzahl von Kunstwerken und Kulturartefakten, die nicht nur rar, sondern von auch erstklassigen Museen entliehen sind. Der Verleih von Kulturgut auf einem bestimmten Niveau ist nicht ganz unkompliziert und nicht jedes Museum oder Archiv verleiht die Objekte einfach mal so an andere Museen. Meist bedarf es entweder guter persönlicher Kontakte oder einer eigenen Sammlung, die wiederum Dinge enthält, die die andere Museen für Ausstellungen im Tausch begehren. Zugleich ist die Leihname insbesondere von internationalen Objekten nicht ganz günstig, z.B. aufgrund des konservatorischen Aufwands (Klimakisten, oft mit Begleitung von Personal aus dem eigenen Haus).


3. Zeitgenössische Kunst

caritas7 Insbesondere zwei Arbeiten ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher/innen auf sich: Zum einen ein Fototableau von Vanessa Beecroft „VBSS.002.MP“ (2006), welche die Künstlerin selbst zeigt, die zwei süd-sudanesische Waisen stillt. Das Bildmotiv spielt geschickt mit der Ikonografie der Caritas und zugleich mit Stereotypen und Vorurteilen der Betrachtenden, die vermutbar postkolonial geprägt sind. Zu anderen die Videokunst-Arbeit „Observance“ (2002) von Bill Viola. In einer Schlange stehen Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlecht und Hautfarbe, sie fokussieren etwas außerhalb des Bildes, etwas was nur sie – aber nicht wir – sehen, welches sie stark bewegt bis hin zu großer Bestürzung. Die Wartenden interagieren, stützen sich, berühren sich in einer Slow-Motion-Choreografie der Trauer und Anteilnahme.


4. Wille zur Inklusion

caritas6 Bei der Ausstellung wurden Besucher/innen mit Einschränkungen mitbedacht. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass die Ausstellung komplett barrierefrei wäre, dass ist in einer treppenhausartigen Architektur ohne ausreichend Fahrstühle kaum machbar. Doch das Manko wurde berücksichtigt: so gibt es eine Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst, dieser begleitet gehbehinderte Besucher/innen durch das Museum. Bei Bedarf werden mit einem Tragestuhl auch die Treppen überwunden. Schwierig bleibt es natürlich für Rollstuhlfahrer/innen, die ohne Ankündigung die Ausstellung besuchen wollen, da nur die Hauptebenen so erreichbar sind. Es werden zudem Führungen in Gebärdensprache angeboten, es gibt weiterhin einen Audioguide für Blinde und seheingeschränkte Personen. Neben einer Führung in leichter Sprache gibt es auch an drei Stellen der Ausstellung Texte, die in leichter Sprache geschrieben sind. Weitere Angebote finden sich im Rahmenprogramm (z.B. hier).


Was mir nicht so gut gefiel
Fotografie-Verbot in der Ausstellung

caritas9In diesem Blog habe ich mich schon zuvor zu Fotografie-Verboten in Museen geäußert (z.B. beim Blogpost zur Kunsthalle Karlsruhe oder zur Foundation Beyeler). Es ist nicht so, dass ich nicht verstehe, dass Fotografieren im Museum aus diversen Gründen heraus als problematisch erachtet wird. Aber ich bin gleichfalls überzeugt, dass es elegante Möglichkeiten gibt, das Fotografieren ansatzweise zu lenken und kanalisieren. Bei einer Ausstellung, bei der 2/3 der Objekte alt genug sind, dass das Urheberrecht kein Problem darstellen sollte, müssten nur die Objekte mit Fotografieverbot gekennzeichnet werden, bei denen mit rechtlichen Implikationen zu rechnen wäre.

Das Fotografie-Verbot ist im Diezösanmuseum sogar ausgeweitet auf ein Verbot von Audioaufnahmen. Alle Fotos, die wir bei dem Besuch machen durften, jede Audioaufnahme, wäre unter normalen Umständen verboten. Man sollte bedenken, dass das Fotografieren oder Videografieren u.U. eine aktive Aneignung von Dingen ermöglicht, so dass im Nachhinein das Gesehene und Erlebte besser erzählbar bzw.  erinnerbar werden kann. Während schon das alte Lernpyramiden-Konzept das „praktische und eigene Tun“ als besonders förderlich einstuft, divergiert sich dieses  beim Lernen durch neue Medien in unterschiedliche Konzepte auf (vgl. Depew 2015), die in Museen nur wenig bekannt sind bzw. selten angewandt werden.

Einen unerwarteten Lichtblick gibt es jedoch – auch wenn dieser auf dem Hinweisschild nicht ersichtlich ist: bei der Nachfrage an Christiane Ruhmann, eine der Kuratorinnen bekam ich zur Antwort, dass das Mitführen des Smartphones, um Notizen zu machen, zum vertiefenden Recherchieren im Web oder auch um Text zu twittern, nicht verboten sei.


Fokus
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Alte Menschen und neue Medien

Am Tag meines Ausstellungsbesuchs waren mehrheitlich ältere und alte Menschen als Besucher/innen in der Ausstellung unterwegs. Nur wenige Besucher/innen waren jünger als – geschätzt – 50 Jahre. Insofern dies typisch wäre für die Besucherstruktur des Hauses, dann gibt es Dinge, die vom Museum sehr richtig berücksichtigt werden bzw. wurden:

  • Fokus auf Verminderung von Barrieren
  • Klassische Ausstellungserzählung, bei der die Objekte im Mittelpunkt stehen
  • Anbindung an angestammte Besucher/innen, die sich über Gemeinde, Diözese, Dom mit dem Museum verbunden fühlen.

Gleichfalls sollte man nicht außer acht lassen, dass die mittlerweile gealterte Generation der „Baby Boomer“ andere Nutzungsgewohnheiten an den Tag legt als alte Menschen in den Generationen zuvor (vgl. NZZ v. 28.6.15) und dass auch Smartphones und insbesondere Tablets immer stärker in den Alltag der „Silver Surfer“ Einzug halten (vgl. Neumann 2014). Beim Besuch des Libori-Festes im Anschluss und am Tag danach habe ich die selbstverständliche Nutzung von Smartphones durch ältere und alte Menschen in einer Häufung erlebt, wie sie mir zuvor noch nicht aufgefallen ist.

Vernetzung von Museen mit lokalen Akteuren

Besonders interessant erscheint mir der Aspekt, dass das Diözesanmuseum bei dieser Ausstellung Kooperationen mit lokalen Akteuren eingegangen ist. Oft ist es so, dass man in den Museen im eigenen Saft schmort und Museumsmitarbeiter/innen Dinge unter sich auf die angestammte Art und Weise lösen. Fest eingebunden seit Jahrzehnten sind in vielen Museen natürlich ehrenamtlich Mitarbeitende. Vor einigen Jahren begann zudem die Diskussion des „Partizipativen Museums„. Auch wenn dieses  Konzept eher in Einzelfällen in Museen umgesetzt wurde, so gibt es derzeit viele Projekte, die eine Öffnung der Museum in die Stadtgesellschaften zeigen und aktive Kooperationen mit Vereinen und Menschen im lokalen Umfeld.

Das aktive Zugehen auf lokale Gruppen ist auf den ersten Blick vielleicht wenig spektakulär, aber ein Öffnen der Museen in der Weise, dass es zu Veränderungen im Haus selbst führt, sind durchaus zeitgemässe Phänomene. Fast scheint sich hierin ein aktueller Trend identifizieren zu lassen. Letzten Monat auf dem Fachtag des Hessischen Museumsverbandes zum Thema „Lebenslagen. Lebenswelten. Lernprozesse. Herausforderungen für die moderne Museumspädagogik“ wurden sehr unterschiedliche Praxisprojekte vorgestellt. Viele einte, dass die Museen Kooperationen mit Akteuren vor Ort eingingen, aus unterschiedlichen Motivationen heraus: ob als „Ort des gesellschaftlichen Diskurses“ bis hin zu einem „Museum für alle“ (vgl. Doku im Etherpad).

Die Caritas-Ausstellung widmet sich in einem Themenbereich dem Caritas-Verband als Wohlfahrtsinstitution, der in Paderborn dieses Jahr 100-jähriges Jubiläum feiert. Hier werden in Videodokumentationen lokale Projekte vorgestellt, die eigenst zur Ausstellung angefertigt wurden und den sechs Tugenden der Nächstenliebe des Mittelalters entsprechen, z.B. „Fremde beherben“ (Helfer/innen in einem Flüchtlingsheim in Borken) oder „Nackte bekleiden“ (Brockensammlung Bethel). Es finden sich zudem weitere Kooperationen, wie bei der Audioführung in „leichter Sprache“, die mit einer lokalen Schreibgruppe erarbeitet wurde oder bei der Zusammenarbeit mit dem schon zuvor erwähnten Malteser Hilfsdienst, der gehbehinderte Besucher/innen beim Ausstellungsbesuch unterstützt. Das Diözesanmuseum ist ein Museum mit wenigen Mitarbeiter/innen, außerhalb der Konzeption der großen Sonderausstellungen sind wenig Experimente möglich. Doch die Kooperationen, die zur Caritas-Ausstellung getroffen wurden, sollen über die Ausstellung hinweg wirken, so Christiane Ruhmann, sie sollen fortbestehen und vertieft werden.


Fazit

In der Caritas-Ausstellung steht das Exponate im Fokus, welches – thematisch geordnet – ein Puzzleteil der Kulturgeschichte der Nächstenliebe repräsentiert. Szenografie, Storytelling-Elemente, noch mediale Inszenierungen ordnen sich dem Exponat unter. Die Ausstellung ist sowohl in der ZEIT als auch in der SZ sehr gut besprochen worden.

Ich muss gestehen, ohne die Einladung des Diözesanmuseums hätte ich die Ausstellung wahrscheinlich nicht wahrgenommen. Dommuseen und kirchliche Kultureinrichtungen sind eher außerhalb meines Radars. Die Reliquienerhebung des hl. Liborius, der ich am Anschluss im Dom beiwohnen durfte, war für mich gleich einem ethnografischen Feldbesuchs, ein eingebettetes Miterleben eines mystischen Rituals. Hier wurde mir sehr deutlich, wie wichtig es ist, die angestammten Filterblasen und Einstellungen zu hinterfragen, sich immer wieder neu mit Dingen, Menschen und Orten zu konfrontieren, denn darin liegt das Potential seinen Blick auf Welt zu öffnen.

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Vielleicht sollte in Museen, in Ausstellungen und bei Führungen generell „leichte Sprache“ Standard sein und wer es habituell benötigt, dem werden exklusive Texte und Führungen angeboten. Inklusion als Standard – Exklusivität als Feature.

 


  • Ausstellungsinfos
  • Libori-Fest
  • Bloggerreise
  • Zitierhinweis
  • Lizenzen
Laufzeit: 23. Juli bis 13. Dezember 2015 / Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen. Erster Fr im Monat: offen bis 20 Uhr / Webseite: http://caritas-ausstellung.de /Blog: http://blog.caritas-ausstellung.de/ Twitter: @DioezMuseum_PB/ Katalog: Michael Imhof Verlag / Rahmenprogramm: Veranstaltungsübersicht / Pressekontakt: via projekt2508 Gruppe
Bildschirmfoto 2015-07-29 um 11.22.01Das Libori-Fest ist ein religiöses Volksfest zu Ehren des hl. Liborius in Paderborn. Es wird jedes Jahr Ende Juli veranstaltet und dauert insgesamt neun Tage an. Es beginnt mit der Reliquienerhebung im Dom, einer Messe in Latein mit einer aufwendiger Inszenierung der Rituale samt Weihrauch-Nebeln und TV Live-Übertragung via domradio.de. Es findet dann beim Topf- und Jahrmarkt Fortsetzung über die Festdauer. 
Das Diezösanmuseum und die Tourist Information Paderborn hatte neben mir noch zwei Bloggerinnen (Tanja Praske und Janett Schindler) und einen Podcaster (Branco Canak) zum Ausstellungsbesuch eingeladen. Fahrt- und Hotelkosten, die Essen an beiden Tagen wurden übernommen. Ich verweise in dem Zusammenhang gerne auf den Reiseblogger-Kodex. Der Blogtext repräsentiert meine persönliche Meinung.

Weitere Beiträge:

Tine Nowak: „Chere Charité“, in: tinowa.de (1. August 2015) http://tinowa.de/2015/08/01/caritas-ausstellung/
Text und Fotos stammen von Tine Nowak und stehen unter den Bedingungen von CC BY SA online. Ausgenommen davon sind als Zitat gekennzeichnete Textstellen anderer Urheber, die im Rahmen des Zitatrechts verwendet wurden.

Feedback erwünscht:

14 Gedanken zu „Chère charité…

  1. Liebe Tine,
    schön, dass du bei #PBkleiner3 dabei warst!
    Herzlichen Dank für deine Einblicke in und deine Sicht auf diese Ausstellung!
    Ich denke auch, dass – nicht nur im Kultursektor – die Kooperation mit anderen Akteuren eine immer größere Rolle spielen muss. Budgets und personelle Ressourcen sind überall knapp, über die Zusammenarbeit mit anderen können hingegen komplett neue Inhalte geboten bzw. Aktionen durchgeführt werden. Gerade in der Vernetzung mit anderen Museen (siehe auch die Karlsruhe-Basel-Bloggerreise #kbreise15) oder mit lokalen Akteuren liegt oft so viel Potenzial. Ich mag deshalb sehr, wie das Diözesanmuseum Paderborn es schafft, gerade durch diese Kooperationen das Thema Caritas/Nächstenliebe mit dem normalen Alltag der Menschen zu verbinden.
    Liebe Grüße, Kristine

    1. Ich hatte während des Rundgangs ein kurzes Gespräch mit einer Besucherin. Sie selbst ist Rentnerin und hat früher bei der Caritas gearbeitet, Sie schwärmte davon, wie wunderbar der Museumsdirektor die Ausstellungen macht. Im Gespräch hatte ich das Gefühl, dass es eine gute Anbindung an bestimmte Kreise und bestimmte Altersgruppen lange schon gibt. Schwierig wird es vielleicht sich neuen Zielgruppen zu öffnen, bzw. für das Museum zu interessieren. Hier können Kooperationen durchaus eine Türöffner-Funktion einnehmen.

  2. Ein toller Beitrag! Ich habe die Bloggerreise mit Interesse verfolgt, sowohl aus Reisebloggerinnensicht (Reisekladde) als auch als Caritasbloggerin (Zeitzuteilen). Vielen Dank für den Bezug auf meinen Blogbeitrag. Ich teile Deine Meinung über das Fotografien absolut, gerade weil Museen so viel Potential als Lernorte bieten. LG Sabine

    1. Ich bin bei der Suche nach einer passen Quelle für die Lernpyramide auf Deinen Blogtext und das Blog aufmerksam geworden. Ich hab mich dort noch ein bißchen umgeguckt und fand, dass das so gut passt, dass ich nicht nur die Grafiken, sondern auch den Blogpost verlinken musste. Als offizielle Cartisbloggerin hätte natürlich die Führung durch die Ausstellung am letzten Samstag für Dich wie die Faust aufs Auge gepasst. Ich hoffe, es findet sich für Dich noch eine andere Gelegenheit.

      1. Ja, ich hoffe auch, dass ich noch eine Gelegenheit habe, die Ausstellung zu sehen. Aus Blogger/innensicht gefällt mir der externe Blick aber fast besser. Jedenfalls die Bloggerreise insgesamt ist eine super Idee! Denke schon darüber nach, selbst mal eine zu organisieren. Mein Blog entstand ja im Kontext des Projektes „Bildung geht auch anders“ und ich würde gerne interessante Lernorte durch Blogger/innen in den Blick nehmen lassen.

  3. Liebe Tine,

    sehr schöne Analyse der Ausstellung! Danke auch für die Lernpyramide, diese merke ich mir, vor allem sollten das Museen tun, wenngleich sie schon gute Führungsprogramme haben, zwar mehr oder weniger gut umgesetzt.

    Mir gefallen die neuen Wege des Diözesanmuseums, der Experimentierwille und die gelebte, vor allem gesuchte Partizipation mit den Bürgern.

    Ja, die Exponate stehen im Fokus, alles andere ordnet sich unter. Ja, die Exponatstexte sind recht lang und ja, die Ausstellung wird erklärlicher durch eine Führung. Die Augen werden geöffnet, warum jetzt was ausgestellt ist. Wer genügend Zeit mitbringt, der kann sich das auch erschließen. Nur, wer bringt genügend Zeit mit?

    Ich war schon sehr skeptisch, wie das Thema der Nächstenliebe vom frühen Christentum bis zur Gegenwart funktionieren sollte. Dem Kuratorenteam ist genau das gelungen und dafür sage ich nur: Daumen hoch!

    Yep, das leidige Thema Fotografierverbot ist richtig, richtig blöd. Im Diözesanmuseum Paderborn schreckt die Tafel besonders ab, auch wenn die Praxis davon abweicht, immerhin, aber das muss auch bekannt sein. Hier ist trotzdem noch Umdenken gefordert, wie du zurecht monierst.

    Es war schön mit dir und den anderen Teilnehmern der Bloggerreise!

    Herzlich,
    Tanja

    P.S.: Die Infobox unter dem Artikel finde ich grandios. Ist es ein Plugin? Wenn ja, wie heißt es? Danke für die Info!

      1. Hi Tine,

        merci – ein spannendes Plugin!

        Gemach, gemach mit der Ausstellungsrezension – die Mediävistin ist ein bisschen eingerostet. Nein, schmarrn, der Tisch ist gerade übervoll! Aber ich habe mir schon einmal den Katalog angeschaut – sehr fein, große Namen aus der „Branche“. Freue mich darauf, ihn mir in Ruhe durchzulesen. Leider fehlt mir dann der Gang ins Museum, um wieder zu schauen, zu reflektieren – Paderborn ist doch recht weit von München entfernt.

        Herzlich,
        Tanja

  4. Liebe Tine,

    „Inklusion als Standard – Exklusivität als Feature“ – ein sehr schöner Satz, den sich eigentlich alle Kulturinstitutionen zu Herzen nehmen sollten.
    Vielen Dank für deinen umfangreichen Einblick in die Ausstellung mit Lob und Tadel. Ich finde gut, dass du hier auch noch einmal die Vorteile betonst, die Aufnahmen in Ausstellungen bieten. Indem man Inhalte gewissermaßen selbst erstellt und so Gesehenes und Erlebtes verarbeitet, nimmt man viel mehr aus einem Museumsbesuch mit. Vielleicht führt diese Erkenntnis seitens der Institutionen auch endlich zum Umdenken.

    Viele Grüße
    Angelika

    1. Liebe Angelika,
      in den Ausstellungen ist so viel Arbeit und Wissen drin. Doch nur mit Vorwissen kann der/die Besucher/innen viel dabei mitnehmen. Das war lange für viele akzeptabel (Museum als Ort der Kultur, Distinktion der oberen Klassen usw.).

      Wenn ein Museum für Alle oder zumindest möglich viele gelingen soll, muss mehr passieren, als das man z.B. Schulklassen mit Führungen ins Museum bringt, die dort „träges Wissen“ abholen, dass dann ebenso schnell wieder vergessen ist.

      Das Museum hat als auratischer Ort der Entschleunigung, mit codierter Sprache der Wissenschaft und Objekten, die man in diesen geschützten Kontext belassen möchte, weiterhin seine Berechtigung. Frage ist nur, wie lange – und für wieviele der Museen – wird das gutgehen können, wenn nicht Alternativen im Umgang und Praxis mit Besucher/innen erdacht werden, so dass unterschiedliche Zugänge zum Museum nebeneinander und gleichwertig möglich sind.

  5. Hallo zusammen,

    erst mal vielen Dank Tine für diese Einblicke in die Bloggerreise und deine Meinung zur Ausstellung. Toll, dass ihr hier die Diskussion um die vielen spannenden Themen der Ausstellung und auch Themen wie Inklusion, Fotografieverbot und Community Buildung weitergeführt werden! Wir von twitter-account freuen uns, dass wir dazu ein Stück beitragen können und den Museumsalltag mitgestalten können. Vielen Dank für die vielen Tipps und Anregungen!

    1. Hallo zurück,
      Danke dafür, dass Ihr uns den Rundgang, insbesondere in dieser Zusammensetzung, ermöglicht habt. Der Samstag mit Euch war extrem nett (Wink an Miriam).

      Was mich noch interessieren würde: Habt Ihr mit unseren Impressionen noch etwas weiterhin geplant? Nur RT per Twitter, oder auch bei FB, oder einen Blogpost, der alles nochmal zusammenträgt und vll. auch Fragen/Eindrücke beantwortet? Oder ist erstmal nichts konkret angedacht, weil ja zum ersten Mal und experimentell das Format getestet wurde? Über eine Antwort dazu würde ich mich sehr freuen. 🙂

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