Re:publica revisited

457403658_aae8f3bf21_oAls 2007 die erste Re:publica stattfand war ich als Wissenschaftliche Volontärin am Museum für Kommunikation Frankfurt in die Konzeption einer großen Sonderausstellung zu Tagebuch und Weblogs eingebunden. Gerade zuvor hatten wir einen Expert/innenworkshop veranstaltet. Zu diesem hatten wir uns mit Wissenschaftler/innen und Akteuren, die im Bereich Tagebuch, Blogs und täglichen Schreiben aktiv waren an einen runden Tisch gesetzt, um die verschiedenen Perspektiven abzugleichen. Unser Fokus als Kuratorinnen lag auf dem täglichen Schreiben in all seinen Formaten, wobei ich insbesondere für den Bereich der Blogs und der digitalen Formate zuständig war.

Als ich hörte, dass es eine Blog-Konferenz geben soll, also genau zu meinem Themenbereich, habe ich mich sofort angemeldet und bin im April 2007 nach Berlin gefahren. DRe:publicaa ich selbst – auch schon vor dem Ausstellungsprojekt – insbesondere persönliche Blogs gelesen habe, die einem Tagebuchduktus und der Dokumentation des Alltags stark entsprachen, stellte die Re:publica für mich eine Art Paradigmenwechsel dar. Dieses widerwillige Umschalten im Kopf lässt sich in den drei Blogeinträgen, die ich damals ursprünglich im Ausstellungsblog „Tagwerke“ geschrieben habe ganz gut ablesen.



Morgen startet die 10. Re:publica. Print ist immer noch nicht tot. Zum Teil werden weiterhin – im immer neuen Gewand – die Themen der ersten Re:publica verhandelt. Ob Blogs relevant sind wird mittlerweile seltener diskutiert, zu sehr ist das Format im Publikationsrepertoire des Journalismus aufgegangen oder hat im Bereich der Markenkommunikation eigene Blüten getrieben. Ich fühle mich selbst weiterhin mit der Debatte zum Lob der Amateure wider der Bedrohung durch Professionalisierung konfrontiert. Diesmal im Bereich des Podcasting, was zu meinem privaten Steckenpferd avanciert ist. Podcasts haben in den letzen zwei Jahren ein wiedererstarktes Medieninteresse erfahren. Stets muss ich dabei an die Re:publica 2007 denken, die für mich das Ende einer subjektiv wahrgenommen Utopie des digitalen Publizierens darstellt, bei der alle gleichwertig Sender sein können. Das Gute ist, dass es mich heute nicht mehr tangiert, wer was mit welcher Reichweite sendet, solange sich weiterhin Menschen ermutigt fühlen, selbst Inhalte produzieren zu wollen und ihren Blick auf die Welt mit anderen zu teilen.

An den drei rpTEN-Tagen wird es in der Haupthalle der Station ein Podcasting-Sendezentrum geben. Täglich von 15-17 Uhr bin ich mit anderen Podcaster/innen vor Ort und wir versuchen als Podcastpat_innen andere beim Einstieg ins Senden zu unterstützen.

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Mehr Infos zu den Podcastpat_innen gibt es auf der Webseite des Sendezentrums, zudem kann man uns auch via Twitter (@PodcastpatInnen) erreichen. Für die Aktivitäten des Sendezentrums auf der Re:publica gibt es eine FB-VeranstaltungPodcastpat_innen ist ein ehrenamtliches Projekt, jede/r der/die Wissen zu Podcasting teilen möchte, kann dabei mithelfen.


 

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